Die 10 besten Artikel zu Steve Jobs

Publishing Nach dem Tod von Apple-Chef Steve Jobs gab es in den Medien eine wahre Flut an Artikeln, Analysen und Nachrufen. In den meisten Texten und Videos wurde Jobs fast hymnisch verehrt, als Visionär oder gar Weltverbesserer gefeiert. Es gab aber auch einige kritische Töne, die sich unter die Aufzählungen seiner Verdienste mischten und einige hoch emotionale Momente. MEEDIA hat die zehn lesenswertesten und interessantesten Stücke zum Tode von Steve Jobs  gesammelt.

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Bei den us-amerikanischen Texten, die zum Tode von Steve Jobs verfasst wurden, stechen vor allem solche heraus, die von Autoren geschrieben wurden, die Jobs persönlich kannten. Walt Mossberg, der legendäre Technik-Kolumnist des Wall Street Journal, schildert in “The Steve Jobs I knew” seine langjährige Beziehung zu dem Apple-Chef. Dabei geht es viel um Berufliches, Jobs’ Telefon-Anrufe zu unmöglichen Zeiten, wenn ihm eine Kolumne nicht passte, aber auch Persönliches. So schildert Mossberg am Ende einen Spaziergang mit dem bereits sehr kranken Steve Jobs bei dem sich Mossberg akut um dessen Gesundheit sorgte: “Ich flehte ihn an, zum Haus zurückzugehen, erwähnte dass ich nichts von Herz-Lungen Reanimation verstehe und stelle mir schon die Schlagzeile vor: Hilfloser Reporter lässt Steve Jobs auf Bürgersteig sterben. Er lachte, lehnte ab, und hielt weiter auf den Park zu.”

Ebenfalls von nächtlichen Jobs-Anrufen geplagt wurde David Pogue, der Technik- und Medienautor der New York Times. In seinem Stück “Steve Jobs: Imitated, never duplicated”, versucht er zum Kern der Jobs-Philosophie vorzudringen: “Die Geschichte von Steve Jobs besteht im Kern daraus: Schwimme nicht mit der Masse.” Pogue kommt zu dem eher fatalistischen Schluss, dass niemand Jobs in dessen Metier das Wasser reichen kann. Und er schließt mit einem Zitat der mittlerweile berühmt gewordenen Stanford-Rede des Apple-Gründers.

Neben solchen persönlichen Erinnerungen und überbordenden Würdigungen gibt es auch eine ganze Reiher kritischer Nachrufe. Das US-Medienblog veröffentlichte den Text “Steve Jobs was not God” – eine Anspielung auf seinen Spitznamen iGod. Autor Hamilton Nolan zeigt sich darin irritiert über die vielen Trauer-Bekundungen von Menschen, die Jobs gar nicht kannten. “Echte öffentlich zur Schau getragene Trauer sollte für solche Menschen reserviert sein, die ihr Leben so heldenhaft und selbstlos gelebt haben, dass sie als leuchtende Beispiele für die gesamte Menschheit stehen.” Jobs habe gute Computer, Telefon und Musikspieler gemacht, aber: “ Er hat nicht wesentlich die Armut reduziert oder lebensrettende Entdeckungen gemacht oder Kriege beendet oder Kranke geheilt oder Freundschaft gesät.”

Einige Artikel in deutschen Medien gehen in eine ähnliche Richtung. Die taz veröffentlichte unter dem Titel "Ein verspäteter Hippie" einen “kritischen Nachruf” von Arno Frank, der am Ende so furchtbar kritisch dann doch nicht ist. Zwar werden einige offenbar vorhandene charakterliche Macken des Steve Jobs hier nicht ausgespart und das Fazit wird gezogen, Jobs habe die Welt nicht besser, sondern nur bequemer gemacht. Ganz am Schluss heißt es jedoch versöhnlich: “Thomas Edison immerhin wäre stolz gewesen.

Konsequenter in der kritischen Bewertung von Jobs Lebenswerk und auch der Berichterstattung darüber ist Stefan Kuzmanys persönlich gehaltener Text “Weltverbesserer für wenige”, der auch mit der SpOn-eigenen Berichterstattung sehr kritisch umgeht. Er arbeitet gut die Schizophrenie heraus zwischen der arg selbstlosen Stanford-Rede und Mystik von Steve Jobs und der gnadenlos konsequenten Marktmacht der Weltfirma Apple.

Eher auf die technische Seite fixiert aber trotzdem lesenswert ist der Text “Lieber Steve Jobs, du hast uns die Freiheit genommen. Vielen Dank dafür!”, den Alexander von Streit im Hyperland-Blog des ZDF veröffentlichte. Ihm geht es eher um die Schizophrenie der Nutzer, denen wohl bewusst ist, welche Einschränkungen Apple-Produkte mit sich bringen, die das alles aber trotzdem toll finden.

Aus rein historischer Sicht interessant zu lesen sind die Erinnerungen des Apple-Veteranen Ron Wayne, der von der FTD interviewt wurde und an die stürmischen Anfangstage von Apple erinnert – zwischen Garagenfirma und Indien-Trip.

Wer einen kompakten Nachruf schätzt, wird beim Economist gut bedient. Auf wenigen Zeilen wird nichts Wesentliches ausgelassen: Von den Anfangstagen Apples, Jobs’ unbestrittener Verkaufsbegabung, sein aufbrausendes Temperament, große Erfolge und auch Niederlagen. Es ist der vielleicht beste und dichteste klassische Nachruf zum Tod des Apple-Chefs.

Eine ganz andere, sehr interessante Herangehensweise hat die Zeitschrift Wired gewählt. Auf wired.com haben verschiedene Künstler visuelle Nachrufe auf Steve Jobs gestaltet. Das ist erhellend und teilweise sehr originell. Jobs selbst hätte das wahrscheinlich gefallen.

Und natürlich wurde auch Steve Wozniak, der iWoz, zum Tod seines früheren Partners und Weggefährten gefragt. Das bemerkenswerte sind hier weniger die erwartbaren Lobesworte, die Wozniak in dem AP-Video äußert als vielmehr seine Reaktion ganz am Ende, als er sich die Tränen aus den Augen wischen muss. Vielleicht die emotionalste Reaktion auf den Tod von Steve Jobs.

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