Web 2.0-Regeln: Was Unternehmen wichtig ist

Lediglich ein Drittel aller Arbeitgeber droht bei Nichtbeachtung ihrer Social Media-Guidelines mit Konsequenzen. Wie das Monitoring-Institut Ausschnitt Medienbeobachtung in einer Analyse von 55 öffentlich zugänglichen Richtlinien ermittelte, gibt knapp ein Drittel der Unternehmen ihre Vorgaben für Social Media bindend an die Mitarbeiter heraus. Allerdings reagiert auf Verstöße nur jeder dritte Arbeitgeber mit Löschung der Beiträge oder Kündigung.

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Die untersuchten Richtmaße im Umgang mit dem Web 2.0 zeigen große Unterschiede hinsichtlich Format, Formulierung und Umfang auf. Dennoch fasste Ausschnitt Medienbeobachtung zusammen, dass Firmen ihre Mitarbeiter häufig auffordern, in sozialen Netzwerken ihren „gesunden Menschenverstand“ einzusetzen. Die Arbeitnehmer sollen im Web 2.0 „ehrlich“, „authentisch“, „respektvoll“, „höflich“ und „transparent“ agieren.
Dabei zeigt über die Hälfte der untersuchten Richtlinien nicht nur Rahmenbedingungen auf, sondern auch konkrete Empfehlungen zu den Inhalten. Eine indirekte inhaltliche Empfehlung ist es, sich "professionell" zu verhalten. So wünscht sich die Hälfte der Arbeitgeber, dass Fakten und Meinungen getrennt werden oder dass es zumindest kenntlich gemacht wird, wenn ein Mitarbeiter eine persönliche Meinung wiedergibt. Knapp zwei Drittel der Unternehmen fordern ihre Arbeitnehmer auf, sich als solche im Netz zu erkennen zu geben und zu identifizieren.
In den vergangenen Jahren stieg die Anzahl der veröffentlichten Richtlinien. Wie der Monitoring-Dienstleister feststellte, wurden 2010 und 2011 jeweils doppelt so viele  Vorgaben herausgegeben als noch 2009. Interessant ist dabei allerdings, dass lediglich ein Drittel der untersuchten Unternehmen seine Mitarbeiter motiviert, aktiv im sozialen Web aktiv zu sein. Der Großteil der analysierten Social Media-Guidelines stammt von weltweit tätigen Konzernen, vor allem aus Industrie, Handel und der IT-Branche. Zwei Drittel dieser Firmen wünschen keine öffentliche Diskussion ihrer Richtlinien.

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