ACTA: Mobile Internetnutzung steigt rasant

Die neueste Ausgabe der Allensbacher Computer- und Technikanalyse, die ACTA 2011, dokumentiert einen sprunghaften Anstieg der mobilen Internetnutzung. In nur zwei Jahren hat sich der Anteil der Bevölkerung, der das Netz auf mobilen Geräten nutzt, verdreifacht, in den vergangenen 12 Monaten stieg er von 11% auf 18%. Die populärsten mobilen Angebote stammen dabei von Google, Facebook und YouTube, überdurchschnittlich stark sind zudem u.a. Bild.de und kicker online.

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Die Allensbacher Computer- und Technik-Analyse erforscht seit 1997 kontinuierlichen Akzeptanz und Nutzung digitaler Techniken in Deutschland. Besonders interessant ist dabei in diesem Jahr der Komplex der mobilen Internetnutzung, denn hier ist die dynamischste Entwicklung zu beobachten. Zudem versprechen sich Verlage und andere Anbieter mit Apps und mobilen Abo-Modellen ja neue Umsatzquellen für ihre Inhalte. Was die Nutzerzahlen anbetrifft, können sie sich freuen: 18% der 14- bis 64-Jährigen gehen laut ACTA derzeit mit einem mobilen Gerät ins Netz – die ACTA zählt neben Smartphones auch Tablet-PCs, internet-fähige Mediaplayer wie den iPod Touch und E-Reader zu den mobilen Geräten. Zum Vergleich: 2010 lag der Anteil noch bei 11%, 2009 bei 6% und 2008 bei 3%. In nur drei Jahren hat sich der Nutzermarkt hier also versechsfacht. Dennoch: Damit das mobile Internet ein riesiges Mainstream-Phänomen wird, ist noch ein gewisser Weg zu absolvieren.

93% der mobilen Internetnutzer verwenden dafür ihr Smartphone, 13% ihren Tablet-PC, 8% einen Mediaplayer und 2% einen E-Reader. Tablet-Computer spielen ohnehin noch keine große Rolle. So haben zwar 25% der 14- bis 64-Jährigen ein solches Gerät auf ihren Wunschzettel gesetzt, bereits eins zur Verfügung haben derzeit aber nur 3%, bzw. 1,4 Mio. Leute. Auch hier ist allerdings eine starke Steigerung zu beobachten, im Sommer 2010 waren es noch 0,4 Mio. Etwas ernüchternd sind die Werte für die Zahlungsbereitschaft der mobilen Nutzer, am ehesten würde noch für E-Mail-Dienste (34%) , Onlinespiele (31%) und Enzyklopädien (29%) gezahlt, wenn diese Angebote nicht mehr kostenlos verfügbar wären.

Unter den mobilen Internet-Angeboten sind bei den deutschsprachigen Nutzern die des Netz-Giganten Google am beliebtesten. 7,04 Mio. nutzen sie pro Woche auf ihren mobilen Geräten. Dahinter folgen Facebook mit 4,52 Mio. und YouTube mit 4,04 Mio. Die Wikipedia und Ebay komplettieren die Top 5. Stärkstes journalistisches Angebot ist das von Bild.de mit 1,34 Mio. auf Platz 11, die deutschen Regionalzeitungen, die von der ACTA nur gemeinsam ausgewiesen werden, kommen auf 1,06 Mio. mobile Nutzer, Spiegel Online auf 0,94 Mio. und kicker online auf 0,75 Mio.

Interessant ist der Anteil der mobilen User an der Gesamtzahl des jeweiligen Angebots. Besonders hoch ist der bei Bild.de. 27,0% der Leute, die Bild.de insgesamt nutzen, tun das auch auf ihrem Mobilgerät. Ebenfalls stark in der Top 25: Facebook mit 26,2%, kicker online mit 24,0%, MeinVZ mit 24,8%, TV Spielfilm mit 26,6% und Sport1 mit 23,2%. Soziale Netzwerke, TV-Programminformationen und Sport-Ergebnisse sind also überdurchschnittlich populär auf Smartphone & Co. Recht niedrig sind die mobilen Anteile hingegen bei den Regionalzeitungen, bei T-Online und ARD.de.

Die höchsten mobilen Nutzeranteile auf den Rängen 26 bis 50 verzeichnen heise online (25,4%), TV Movie (24,1%) und Lokalisten.de (24,0%), vergleichsweise wenige mobile Nutzer haben hingegen Chefkoch.de (9,8%), ZDF.de (11,0%) und stern.de (11,1%).

Die Beispiele Bild.de und stern.de zeigen gleichzeitig, welch große Unterschiede bei der mobilen Nutzung im Markt der Nachrichtenangebote existieren. Während nämlich 27% der Bild.de-User das Angebot auch mobil nutzen, sind es bei stern.de nur 11,1%. Schwache Zahlen gibt es hier zudem für Zeit Online und die Regionalzeitungen. Überdurchschnittlich stark sind neben Bild.de vor allem Angebote mit Wirtschafts-Schwerpunkt wie Handelsblatt, N24, FTD und Manager Magazin. Auch n-tv und N24 sind hier weit vorn dabei.

Neben der mobilen Nutzung hat die ACTA auch die Gesamt-Nutzung von mehr als 80 populären Angeboten untersucht. An der Spitze liegt auch hier Google – mit einer eindrucksvollen Zahl von 39,91 Mio. wöchentlichen Nutzern. Bei einer Gesamtzahl von 58,98 Mio. deutschsprachigen 14- bis 64-Jährigen innerhalb Deutschlands entspricht das einem Anteil von sagenhaften 67,7%. Deutlich dahinter, aber ebenfalls noch mit sehr großen Zahlen folgen auf den weiteren Rängen die Wikipedia, YouTube, Facebook und eBay.

Als stärkstes journalistisches Angebot identifiziert die ACTA hier – abgesehen von ARD.de und den gemeinsam ausgewiesenen Regionalzeitungen – interessanterweise Spiegel Online. Mit 5,11 Mio. Nutzern pro Woche liegt es vor Bild.de, dem Dauersieger anderer Zahlen wie denen der IVW oder AGOF. Da die ACTA wöchentliche Nutzer ausweist, können diese zwar nicht direkt mit monatlichen Daten von AGOF, Nielsen, Comscore & Co. verglichen werden, die AGOF weist allerdings auch wöchentliche Unique User aus. Dort kommt Spiegel Online derzeit auf 4,67 Mio., Bild.de auf 5,99 Mio.

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