Anzeige

iPhone 4S: Apple verwaltet seinen Erfolg

Zurück zu den Wurzeln sollte es gehen: In einem kleinen Auditorium auf dem Campus in Cupertino stellte Apple-Chef Tim Cook das neue iPhone vor. Das Understatement erscheint angemessen: Nicht das erwartete iPhone 5, sondern nur ein Upgrade des bestehenden 4er-Modells wurde präsentiert. Auch die iPod-Serie wurde generalüberholt und der Start des Cloud-Dienstes auf nächste Woche terminiert. Ein echtes "One more thing" fehlt indes so wie die Präsenz von Steve Jobs. Die Apple-Aktie wurde kräftig verprügelt.

Anzeige

Am Ende klang es wie immer bei einer Apple-Keynote: Das neue iPhone sei das "unglaublichste aller Zeiten", hieß es in der Produktvorstellung. Diesen Satz hatte man schon mal gehört, genauer gesagt: immer wieder am Ende einer iPhone-Präsentation. Alles wie immer also? Mitnichten. Diesmal kam der Satz nicht von Steve Jobs, sondern seinem Nachfolger Tim Cook, der auf der Bühne keinen Fehler machte – und doch ganz im Schatten seines großen Mentors stand.

Das lag zum Großteil an dem, was Cook zu verkünden hatte – nämlich wenig, sehr wenig Neues. Inzwischen, so scheint es, ist auch der notorisch verschwiegene Kultkonzern aus Cupertino anfällig für Lecks geworden: Das vorgestellte iPhone entsprach bis in alle Einzelheiten den bereits zuvor geminderten Erwartungen.

Evolution statt Revolution

Kein iPhone 5, sondern nur ein Modell 4S bringt der bis zum frühen Nachmittag noch wertvollste Konzern der Welt auf den Markt – eine Evolution statt einer Revolution also. Es ist nicht das erste Mal in der Firmengeschichte, dass nur eine Generalüberholung stattfindet: Bereits vor zwei Jahren war es an Tim Cook, seinerzeit noch Interims-CEO, eine Auffrischung des Bestsellers vorzustellen – damals vom 3G aufs 3G S.

So bleibt auch diesmal optisch alles beim Alten: Das iPhone 4S, das auf dem neuen Betriebssystem iOS5 basiert, sieht genauso aus wie das bisherige 4er-Modell, dafür hat sich unter der Oberfläche etwas getan.  Bis zu 64 GB umfasst der Speicher des größten Modells nun, 8 Megapixel besitzt die deutlich verbesserte Kamera, die wesentlich schnellere und schärfere Bilder schießt und Videos in HD-Qualität aufzeichnet.

iPhone 4S ab 14. Oktober in Deutschland erhältlich

Natürlich ist das iPhone dank des A5-Prozessors, der auch im iPad verwendet wird,  auch deutlich schneller geworden.  Die Batterielaufzeit wurde entsprechend verbessert. Und der persönliche Assistent Siri, über den im Vorfeld auch schon spekuliert wurde,  soll endlich die Spracherkennung zum Leben erwecken – zumindest in der Theorie.

All das macht das bestverkaufte Smartphone der Welt pünktlich zur Weihnachtssaison noch begehrter: Ab dem 14. Oktober wird es bereits in den USA wie auch in Deutschland im Handel erhältlich sein. Das gilt auch weiterhin für das Vorläufermodell, das im Preis (99 Euro mit Vertrag) deutlich gesenkt wurde. Mit dem 2009er-Modell bewegt sich Apple sogar künftig in Regionen, in denen man die Luxusmarke nie vermutet hatte – das 3G S wird bei Vertragabschluss gar verschenkt.

Enttäuschte Erwartungen: Apple-Aktie im freien Fall

Auch die iPod-Linie, die vor exakt 10 Jahren mit Apples ersten MP3-Player zum Leben erweckt wurde, bekam ihr überfälliges Upgrade: Der iPod touch ist nun auch wie die iPhones in Schwarz und Weiß verfügbar und besitzt das wesentlich schärfere Retina-Display und basiert ebenfalls auf iOS 5. Der bereits im Juni angekündigte Datenspeicher-Dienst iCloud geht wie erwartet nächste Woche online.

All das war im Vorfeld jedoch bereits erwartet worden. Die Wall Street, an der immer die Zukunft gehandelt wird, zeigte sich von der wenig überraschenden Keynote extrem verstimmt. Die Apple-Aktie, die Minuten vor Tim Cooks Eröffnung bei 380 Dollar gelegen hatte,  wurde während und nach der Keynote heftig verprügelt und verlor in der Spitze mehr als 27 Dollar.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige