DFL von Rechte-Urteil „nicht überrascht“

Die Deutsche Fußball-Liga reagiert auf das mögliche Ende der Exklusiv-Vermarktung. In einer ersten Pressemitteilung teilt die Liga mit, dass man "nicht überrascht" sei, sich schon "intensiv mit der Thematik befasst" und bereits "Vorkehrungen getroffen" habe. Welche das sind, verrät die DFL allerdings nicht. Während Bild.de von einem "Pay-TV-Hammer" spricht und Spiegel Online verkündet, dass "Fußballschauen billiger wird", sind die Auswirkungen tatsächlich noch höchst unklar.

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Insofern ist die Vorsicht der Deutschen Fußball-Liga noch zu verstehen, wenn sie schreibt, dass man erst einmal die "Urteilsbegründung hinsichtlich möglicher Konsequenzen prüfen" wolle.

Fest steht bislang nur, dass am heutigen Dienstag der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg entschied, dass der Empfang von Pay-TV-Übertragungen mit ausländischen Decoderkarten nicht verboten werden darf. Die Folge: Die Exklusiv-Vermarktung von Fernsehrechten im Profifußball muss möglicherweise geändert werden.

Die FAZ spekulierte bereits vor dem Urteil, dass nun die Pay-TV-Preise europaweit fallen könnten. Ob das der Fall sein wird, lässt sich allerdings noch kaum absehen. Denn in dem Grundsatzurteil ging es in Luxemburg auch um die Fragen des Urheberrechts. So entschied das EU-Gericht zudem, dass einzelne Teile einer TV-Übertragung, wie beispielsweise die Hymne einer Liga, geschützte Werke seien. Die Fußballspiele dagegen sind keine geschützten Werke. Heißt: Die Hymne dürfte nur mit Billigung der Premier League im Pub von Karen Murphy gezeigt werden, das gilt aber nicht für das Spiel.

Allerdings sind auch die Grafiken, die während einer Partie eingeblendet werden geschützt. Für die Liga bedeutet das, dass sie künftig in ihre Übertragungen wohl möglichst viele geschützte Elementen einbauen sollte, um eine möglichst umfassende Kontrolle zu behalten.

Zudem liegt der Schluss nahe, dass die Fußball-Verbände die Auslandsrechte nur noch an wenige TV-Stationen verkaufen werden und mit ihnen gesonderte Deals bezüglich ihrer Preise aushandeln. So könnte sich der Schaden für die Ligen noch in Grenzen halten.

Am schlimmsten könnte die UEFA das Urteil treffen. Denn bislang profitiert der Verband massiv davon, die Rechte für die EM-Turniere, die Champions- und Europa-League an jedes kleine europäische Land einzeln zu verkaufen. In letzter Konsequenz könnte genau diese Praxis der große Verlierer des EuGH-Urteils sein.

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