Amazons deutsche Reader-Reste-Rampe

Bei der ganzen Aufregung um den neuen Tablet-PC Kindle Fire ging ein wenig unter, dass es auch eine komplett neue Produktlinie an Kindle E-Readern gab. Amazon hat seine E-Reader mit dem schwarzweißen E-Ink-Display radikal im Preis gesenkt und teilweise mit Touch-Bildschirmen ausgestattet - in den USA. In Deutschland gibt es ab Mitte Oktober nur einen neuen, nicht Touch-fähigen Kindle zu kaufen - dafür teurer. Und Amazon verscherbelt hierzulande seine Altware.

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Bei der ganzen Aufregung um den neuen Tablet-PC Kindle Fire ging ein wenig unter, dass es auch eine komplett neue Produktlinie an Kindle E-Readern gab. Amazon hat seine E-Reader mit dem schwarzweißen E-Ink-Display radikal im Preis gesenkt und teilweise mit Touch-Bildschirmen ausgestattet – in den USA. In Deutschland gibt es ab Mitte Oktober nur einen neuen, nicht Touch-fähigen Kindle zu kaufen – dafür teurer. Und Amazon verscherbelt hierzulande seine Altware.

Selten waren die Nachteile, die deutsche Konsumenten gegenüber den USA haben, so offenkundig wie im Falle der jüngsten Kindle-Generation. In den USA kostet der günstigste neue Kindle nur noch 79 US-Dollar. Das Gerät ist 30 Prozent leichter und 18 Prozent kleiner als der bisherige Kindle E-Reader. Grund: Amazon lässt die Tastatur weg. Wer mit dem kleinen Kindle etwas eintippen will, muss reichlich umständlich Buchstaben und Zahlen mit einem Steuerkreuz auf einer virtuellen Tastatur anwählen und einzeln antippen. Das ist langwierig und nervig.

Für US-Konsumenten ist das freilich zu verschmerzen. Denn erstens ist dafür der Preis sehr günstig und zweitens können US-Kunden sich für 99 Dollar einen Kindle Touch kaufen. Der verfügt, wie der Name schon sagt, über einen Touchscreen und gleicht damit das Manko der fehlenden Tastatur aus. Für 149 Dollar gibt es den gleichen Kindle Touch in der beliebten kostenfreien 3G Variante, die es ermöglicht, E-Books von praktisch überall runterzuladen ohne Verbindungs- oder Vertragskosten. Der Kindle Fire schließlich mit Farb-Touch-Display kostet ebenfalls sehr günstige 199 Dollar. Das kleinste iPad 2 schlägt immerhin mit 499 US-Dollar zu Buche.

So sieht es in den USA aus. Und in Deutschland? Hier preist Amazon den kleineren, leichteren Kindle ohne Touch-Funktion für 99 Euro als Nonplusultra an. Die Touch-Geräte und der Kindle Fire werden erst gar nicht angeboten. Stattdessen wird deutschen Kunden noch die veraltete Kindle-Generation für 115 bzw. 159 Euro als “Kindle Keyboard” schmackhaft gemacht. Die Alt-Geräte sind in den USA natürlich auch billiger und schaffen es dort noch nicht einmal mehr auf die Homepage. 

In einem Brief auf der deutschen Amazon-Startseite stellt Amazon-Chef Jeff Bezos als besonderes Highlight des neuen Kindle heraus, dass es die Menüs im neuen Kindle nun auch in deutscher Sprache gibt. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Auf ein dringend notwendiges Software-Update, das eine deutsche Menüführung auch für die alten Kindles ermöglicht, wartet man vergeblich.  Deutschland ist offenbar auch für Amazon noch E-Book-Entwicklungsland.

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