Ebeling: Google und Facebook regulieren

Im Gespräch mit der FAZ hat der Vorstandsvorsitzende des Privat-TV-Konzerns ProSiebenSat.1, Thomas Ebeling, gefordert, die Politik müsse Web-Firmen wie Google oder Facebook stärker regulieren. Oder aber bestehende Regulierungen für TV-Sender lockern. Ebeling fürchtet ansonsten einen unfairen Wettbewerb mit den Web-Größen. Auf Fußball werde seine Gruppe künftig weitgehend verzichten. Einschränkung: Bundesliga-Zusammenfassungen am Samstagabend seien interessant.

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Das passt zu einer Meldung der Sport Bild von dieser Woche laut der Sat.1 das Bundesliga-Rechtepaket erwerben will, das derzeit noch vom “Aktuellen Sportstudio” des ZDF genutzt wird. Das Paket enthält eine Zusammenfassung des Top-Spiels der Fußball-Bundesliga vom frühen Samstagabend sowie Zweitverwertungsrechte aller übrigen Partien. Laut dem Bericht könnte die samstägliche Fußball-”Ran”-Sendung bei Sat.1 dann schon gegen 21.45 Uhr beginnen und wäre damit deutlich attraktiver als das ZDF-Sportstudio, das oft erst gegen 23 Uhr auf Sendung geht.

Für ProSiebenSat.1 wäre das ein netter Konter, denn das ZDF hat Sat.1 gerade die Übertragungsrechte an der Fußball-Champions-League weggeschnappt. Ebeling tut zumindest gegenüber der FAZ so, als sei ihm das mehr oder weniger wurscht: “Der Champions-League-Zuschauer ist in der Regel männlich und älter, und in der Halbzeitpause wird er sich möglicherweise nicht unbedingt nur dem ‚heute journal‘ widmen, sondern zu den Privaten schalten. Mit Fußball kann man allenfalls dem Verwaltungsrat suggerieren, jünger zu werden”, so der P7S1-Vorstandschef. Mit Verweis auf Quotenerfolge wie den “Wickie”-Film bei Sat.1 oder die ProSieben-Show “Schlag den Raab” kommt Ebeling zu dem Schluss: “Sport allein ist es nicht.”

Daneben fordert der TV-Manager von der Politik wie üblich ein generelles Werbeverbot für die Öffentlich-Rechtlichen Sender und eine Regulierung von Internet-Angeboten wie Google oder Facebook. Ebeling: “Entweder werden Google und Facebook angemessen reguliert, oder die bestehenden Regulierungen für die Fernsehsender werden gelockert.” Es seien Fragen zu klären wie, ob Google Lizenzen umgehen könne, wenn die Server der Firma in Kalifornien stehen und wie man damit umgehe, dass die Google-Tocher YouTube einerseits Verbreitungskanal und gleichzeitig Wettbewerber sei. Ebeling verwies darauf, dass gerade das ZDF YouTube zur Verbreitung von “Sportschau”-Inhalten nutze. Womit er dann doch wieder beim Sport angelangt ist. Das Thema scheint den ProSiebenSat.1-Chef  trotz allem nachhaltig zu beschäftigen. Seine Forderung nach einer Google-Regulierung blieben im Detail aber dann doch eher diffus.

Ob er an den Kauf von Sendern im Ausland denke, wurde Ebeling noch gefragt. Man schaue sich Wachstumsmärkte in Schwellenländern an, sagte Ebeling. Generell gehöre der Zukauf zur Wachstumsstrategie. Ales ist drin, nicht genaues weiß man nicht. Sonderlich konkret klingt das alles nicht. Für das laufende Jahr rechnet Ebeling jedenfalls weiter mit einem Rekordabschluss für seinen Konzern. Immerhin.

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