Coelho: mehr Facebook-Fans als Madonna

Bestseller-Autoren und das Internet: Das klingt nach einer eher problematischen Beziehung. Die größte Ausnahme ist ausgerechnet ein Weltstar, der vor allem von archaischen Erfahrungen voller Askese schreibt, in denen die Online-Welt keine Rolle spielt – Paulo Coelho. Der brasilianische Bestseller-Autor ist in den sozialen Netzwerken so aktiv wie kein anderer Autor: Coelho kommt bei Facebook auf mehr Fans als Madonna und twittert jeden Tag "zur Entspannung". Die Besichtigung eines Social Media-Phänomens.

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In Paulo Coelhos Welt sind die Dinge ziemlich einfach – wenn auch zunächst widersprüchlich. "Ich schreibe, um meinen Kopf zu leeren und mein Herz zu füllen", lautet ein klassischer Coelho, ein Aphorismus, wie er im Buch steht.

Oder bei Twitter. Denn dort ist der 64-jährige Brasilianer einer der eifrigsten Akteure. Fast 12.000 Tweets hat Coelho schon abgefeuert – und damit inzwischen 2,4 Millionen Follower um sich gescharrt. Damit zählt Coelho zu den 100 meist gefolgten Twittern und kann etwa mehr Follower aufweisen als Popstars wie Usher, Nelly Furtado oder sogar der ehemalige amerikanische Vizepräsident Al Gore. Forbes Magazine kürte ihn im vergangenen Jahr nach Justin Bieber zum einflussreichsten Prominenten auf Twitter.

"Durch Facebook und Twitter  stelle ich eine Verbindung zu meinen Lesern her"

Auf Facebook kann der Bestsellsautor ("Der Alchemist" zählt mit 65 Millionen verkauften Exemplaren zu den meistverkauften Büchern aller Zeiten) gar inzwischen mehr als 6,6 Millionen Fans begeistern. "Ich habe letztens Madonnas Fanpage besucht und festgestellt, dass sie weniger Fans hat als ich. Das ist unglaublich", freute sich der Brasilianer diese Woche in der "New York Times".

Um dort dann auch seine Motivation für das große Social Media-Engagement zu verraten: "Durch Facebook und Twitter  stelle ich eine Verbindung zu meinen Lesern her. Ich kann dort Gedanken teilen, die nicht ins Buch passen."

"Ich twittere am Morgen und am Abend. Das ist meine Entspannung"

Umso erstaunlicher aber, dass der 64-Jährige bei seinem 12-Stunden Arbeitspensum überhaupt zur täglichen Social Media-Betätigung kommt – und das in diesen Umfang. 12 bis 15 Tweets feuert Coelho jeden Tag durchschnittlich ab – von Zitaten aus seinen Romanen über philosophische Gedanken oder bis zu Antworten an seine Follower, die er selbst verfasst, wie  Coelho betont.

"Ich twittere am Morgen und am Abend. Nach 12 Stunden Schreiben kommt der Moment, an dem man müde wird. Das ist meine Entspannung", verriet der Bestseller-Autor der New York Times. Die Entspannungsstrategie geht auf: In den Social Media-Kanälen als auch in der Folge in den Buchläden. In dieser Woche ist Coelhos neuer Roman "Aleph" in den USA erschienen und schoss sofort auf Platz zwei in der Bestsellerliste bei Barnes & Noble und Amazon. "Das ist mir noch nie gelungen", kommentierte Coelho den Erfolg – natürlich via Tweet. 
Wenige Stunden später, um 14:14 Uhr, legt er noch einmal begeistert nach: "UAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAU! As I write this, ALEPH # 1 in amazon"

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