Apple: Verwirrung um iPad-Auftragskürzung

Es sind fürwahr ungewohnte Töne aus Cupertino: Der wertvollste Konzern der Welt schraubt die Komponenten-Bestellungen für sein jüngstes Boomprodukt zurück. Und das in nicht gerade unwesentlichen Dimensionen: Um bis zu 25 Prozent will Apple weniger ordern und das ausgerechnet im wichtigsten aller Quartale – zur Weihnachtssaison. Ist die neuerliche Wirtschaftskrise schuld? Oder fürchtet Apple Amazons Tablet-Konkurrenz? Analysten ringen um die Deutungshoheit und haben dabei manche weniger schwerwiegende Theorie parat.

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Es sind fürwahr ungewohnte Töne aus Cupertino: Der wertvollste Konzern der Welt schraubt die Komponenten-Bestellungen für sein jüngstes Boomprodukt zurück. Und das in nicht gerade unwesentlichen Dimensionen: Um bis zu 25 Prozent will Apple weniger ordern und das ausgerechnet im wichtigsten aller Quartale – zur Weihnachtssaison. Ist die neuerliche Wirtschaftskrise schuld? Oder fürchtet Apple Amazons Tablet-Konkurrenz? Analysten ringen um die Deutungshoheit und haben dabei manche weniger schwerwiegende Theorie parat. 

Hat den Branchenprimus nun auch die Wirtschaftskrise erreicht? Für Monate sah es so aus, als würden die konjunkturellen Belastungen dies- und jenseits des Atlantiks an Apple spurlos vorbeigehen  – während die europäische Schuldenkrise die Weltbörsen unter Druck setzte, schwang sich die Apple-Aktie zu neuen Höhen auf.

Nun aber sind seltene Signale aus Cupertino zu vernehmen: Apple hat die Bestellungen bei seinen Zulieferern gesenkt – und das ausgerechnet bei seinem jüngsten Boom-Produkt, das gerade erst 18 Monate auf dem Markt ist und sich bislang so glänzend entwickelt – dem iPad. Auch Zeitpunkt und Ausmaß erscheinen alles anderes als glücklich: Ausgerechnet zum Weihnachtsquartal fährt Apple die Produktion herunter – und dann sogar um 25 Prozent!

Analysten geben Entwarnung

Kein Wunder, dass die Apple-Aktie entsprechend unter Abgabedruck geriet. Seit J.P. Morgan in einer Notiz an Kunden über den Produktionsrückgang am Montag berichtete, gab die Aktie rund 1 Prozent nach, während die Technologiebörse Nasdaq fast 4 Prozent an Wert gewann.

Entsprechend heiß wird Apples Auftragssenkung an der Wall Street diskutiert. Und das sogar im eigenen Haus: Während die asiatische Research-Abteilung von J.P. Morgan am Montag die überraschende Mitteilung verbreitete, widersprach US-Chefanalyst Mark Moskowitz: "Apple is doing fine", erklärte er einen halben Tag später.

Wall Street rätselt über Produktionskürzung

Barclays Capital bemühte sich unterdessen darauf hinzuweisen, dass eine Reduzierung der Komponenten-Bestellungen noch nicht daraufhin hindeuten müsste, dass Apple auch tatsächlich weniger iPads produzieren werde. Craig Berger von FBR sieht durch die deutliche Heransenkung dagegen schon Indizien, dass Apple selbst auf die mögliche Rezession vorbeugend reagiere.  

Gene Munster von Piper Jaffray hält wiederum eine Produktionsverschiebung innerhalb der Emerging Markets für denkbar – von China nach Brasilien. Wieder andere Analysten deuten die Kürzung als Hinweis auf einen schnelleren Launch der dritten iPad-Generation.

Die iPad-Verwirrung scheint also zumindest an der Wall Street komplett. Gut, dass zumindest endlich der Termin für Apples wichtigstes Produkt-Update des Jahres feststeht: Am 4. Oktober wird Apple-CEO Tim Cook in seiner ersten großen Keynote das neue iPhone 5 vorstellen.

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