Nachholbedarf für Printtitel bei Social Media

Nachrichten-Websites fordern mit interaktiven Inhalten User auf, Artikel zu kommentieren und weiter zu empfehlen. Wie Surfer diese Möglichkeiten tatsächlich nutzen, ist dennoch ungewiss. Das international renommierte Marktforschungsunternehmen Lightspeed Research hat in einer repräsentativen Umfrage für MEEDIA untersucht, wie und wie oft digitale Inhalte geklickt und weiter versendet, sprich "geteilt", werden. Ergebnis: Für Printmedien gilt es im sozialen Netz aufzuholen.

Anzeige

Laut der aktuellen Studie folgen 60 Prozent der User den Medien-Angeboten zumindest im Web 2.0 nicht. Immerhin: Ein Drittel der Nutzer bescheinigen den Internetseiten der Zeitungen und Zeitschriften eine bessere Qualität als früher. Die Mehrheit der deutschen User (befragt wurden Internetnutzer zwischen 18 und 64 Jahren in Deutschland) folgt keiner Zeitung oder Zeitschrift in sozialen Netzwerken (60 Prozent).
Hoch im Kurs steht dagegen, anderen Nutzern Artikel, Videos und Bilder zu empfehlen. Etwa drei Viertel leiten allerdings eher gelegentlich digitale Inhalte weiter. Lediglich 18 Prozent geben Artikel und Links täglich weiter. Die Mehrheit der Online-User bevorzugt E-Mails, um Inhalte zu "teilen". Facebook nutzen mit 45 Prozent weniger Nutzer, und Twitter wird nur von sieben Prozent der Befragten verwendet. Die 18- bis 34-Jährigen bevorzugen beim Empfehlen Social-Media-Dienste wie Facebook, dabei haben über 40 Prozent dieser Altersgruppe im Vergleich zum Vorjahr mehr weitergeleitet. Die Älteren (55 bis 64 Jahre) nutzen vorrangig E-Mails.
In Großbritannien dagegen, wo Lightspeed Research zuvor eine repräsentative Befragung durchführte, zeigen die Internetnutzer eine höhere Präferenz für Facebook. In einer vergleichbaren repräsentativen Studie im Mai dieses Jahres setzen zwei Drittel der 1000 Befragten das soziale Netzwerk auf Platz eins beim Empfehlen. Doppelt so viele wie in Deutschland mit 14 Prozent nutzen bereits Twitter, um Content weiterzuleiten. Keine Überraschung: In beiden Ländern sind die Jüngeren deutlich aktiver in dem sozialen Netz als die ältere Gruppe.
Ein Drittel der befragten Deutschen denkt, dass sich die Qualität der Zeitungen und Zeitschriften im Netz verbessert hat. Lediglich sechs Prozent geben an, dass sich die Qualität verschlechtert hat. Ähnlich sehen es auch die britischen User, bei denen nur drei Prozent an eine verminderte Qualität denken. Trotzdem oder vielleicht deswegen kommentieren die meisten Seitenbesucher in Deutschland (43 Prozent) und Großbritannien (44 Prozent) nur gelegentlich bis selten Beiträge. Jeweils etwa ein Drittel gab an, sogar nie zu kommentieren. Einzig die jüngere Altersgruppe ist in beiden Ländern eher bereit zu kommentieren: Jeweils 42 Prozent der Jungen kommentieren etwa zweiwöchentlich bis fast jeden Tag.
Wenn User die Internetseite einer Zeitung oder Zeitschrift anklicken, ist es dem Großteil in Deutschland und in Großbritannien wichtig, die aktuellsten Artikel zu lesen. Zudem wollen die Nutzer Nachrichten-Websites in ihrem gewohnten Aufbau und Layout sehen: Etwa ein Drittel in Deutschland und etwa ein Viertel in Großbritannien wollen den gleichen Inhalt lesen, wie sie es von der Seite normalerweise kennen und wie er von der Redaktion vorgegeben wird. Ein Drittel der Jüngeren in Deutschland – deutlich mehr als in Großbritannien – wollen dagegen am ehesten ihren eigenen News-Feed nach ihren Vorlieben einstellen können.
In Sachen Mobilität hat Großbritannien noch die Nase vorn: Während in Deutschland lediglich vier Prozent die Nachrichten-Websites über Smartphones und zwei Prozent über Tablets aufrufen, sind es auf der Insel immerhin 14 Prozent mobile Surfer und vier Prozent Tablet-User. Der PC bzw. der Laptop liegt bei über 90 Prozent der Nutzer auf Platz eins. Auch hier reißen die jungen User den Schnitt nach oben: In Großbritannien surft mehr als ein Viertel über Smartphones auf mobilen Nachrichten-Seiten, in Deutschland sind es dagegen nur acht Prozent.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige