Neues Blog: Arrington startet Uncrunched

Wenn Nutzerkommentare ein Indikator für den Erfolg eines Blogs sind, dann hat das neue Projekt von Techcrunch-Gründer und Ex-Chef Michael Arrington beste Erfolgsaussichten. Denn bislang gibt es in seinem neuen Blog lediglich ein ernstzunehmendes Posting, und das hat aber schon 177 Kommentare. Bislang liefert das Blog noch keine Breaking News, sondern beschäftigt sich mit seiner Vergangenheit und Arringtons Abgang bei Techcrunch. Da passt auch der Name zum neuen Blog: Uncrunched.com.

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Tatsächlich beschäftigt sich das erste Posting des neuen Projektes mehr mit der Frage was war und weniger mit dem was wird. Arrington rechtfertigt sich noch einmal für den Streit zwischen ihm, AOL und Arianna Huffington, der in den USA mittlerweile unter den knackigen Beinahmen "Crunchgate" fungiert.

Der Disput entstand, als der Startup-Kenner begann, verstärkt als Risikokapital-Geber (Venture Capitalist) aufzutreten. Zuvor hatte Arrington den 20 Millionen Dollar schweren CrunchFund gegründet, an dem sich die Techcrunch-Mutter AOL mit acht Millionen Dollar beteiligte.

Problematisch wurde die Sache für Arrington, als sich die Content-Chefin Arianna Huffington von der AOL-Tochter Huffington Post einschaltete und die New York Times begann, gegen ihn Stimmung zu machen, indem sie seine redaktionelle Unabhängigkeit in Frage stellte. Der Vorwurf ist klar: Bei Techcrunch, das vielfach über blutjunge Startups in der ersten Finanzierungsphase berichtet, könne der 41-Jährige Unternehmen, in die sein CrunchFund investiert, mit gezielter Berichterstattung pushen und so zu einer höheren Bewertung verhelfen.

Im Grunde beschäftigt sich nun sein Start-Posting noch immer mit der Frage, wie er mit diesem Interessenskonflikt umgeht. Bei Uncrunched kommt Arrington jetzt zu dem Schluss, dass er stets voller Interesskonflikte sei und die Situation deshalb kein Problem ist.

Das neue Blog wird erst einmal ausschließlich von Arrington befüllt. Aus seiner alten Techcrunch-Mannschaft scheint bislang keiner die Seiten zu wechseln. In welcher Frequenz der Start-up-Kenner schreiben wird, ist noch unklar. Fest steht, dass sich Uncrunched thematisch sehr eng an Techcruch liegen wird – also an dem, was Arringtion sowie so bereits seit 2005 macht.

Damit die Leser stets wissen, in was für einen Interessenskonflikt sich Arrington gerade befindet, verspricht er eine größtmögliche Transparenz und dass er immer die Wahrheit schreiben wird – selbst wenn er sich und seiner Brieftasche dabei schadet.

Große und hehre Worte, an denen sich Arrington künftig messen lassen muss.

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