Facebook: Ilse Aigner mahnt zu Datensparsamkeit

Im Interview mit Deutschlandradio Kultur hat die Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) die User zu mehr Achtsamkeit mit eigenen Daten aufgefordert. Erst kurz nach ihrem Gespräch mit Vertretern des Netzwerkes in den USA erfuhr sie von Facebooks neuem Projekt Timeline. Mit der Änderung habe sich laut Aigner wieder einmal gezeigt, dass "die Grundphilosophie ist, möglichst viele Daten zu bekommen".

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Aigner warnte im Interview, dass im Netzwerk "Voreinstellungen nach wie vor so sind, dass die Türen eher offen sind als geschlossen". Alle Daten würden auf ewig im Netz stehen und jeder solle sich mit der neuen Funktion überlegen ob man "das ganze Leben so im Internet präsentieren" wolle. "Ich bin mir nicht sicher, ob die Einstellungen so sind, dass jeder den Überblick behält, was wo wer im Moment einsehen kann und ob er das auch dementsprechend zurücknehmen kann", so Aigner weiter. Daten möglichst vielen Menschen preiszugeben, könne wohl nicht im Interesse des Einzelnen sein: Dem Staat würde man diese Daten mit Sicherheit nicht geben", ist sich die Verbraucherschutzministerin sicher.

Facebook hatte vergangene Woche bei der Entwicklerkonferenz f8 die neuen Änderungen bei dem Netzwerk vorgestellt: Überarbeitung des Profils als Timeline und Applikationen, die nach deren Verknüpfung mit dem eigenen Account über die Aktivitäten des Users automatisch informieren. Mit Apps in Kooperation mit dem Musik-Streaming-Dienst Spotify und den Verleihern Netflix und Hulu soll Medieninhalte künftig über Facebook gesehen, gehört und gelesen werden.

Das Tech-Blog ReadWriteWeb hatte kurz nach der Neuerung gewarnt, dass mit sogenannten "Social Readern" oder "media sharing apps" beispielsweise vom Guardian oder der Washington Post automatisch über das Leseverhalten informiert werde. Artikel, die gelesen werden, würden automatisch in den News Feed übersendet und demnach mit Freunden geteilt werden.

Andere Blogger gingen mit ihrer Einschätzung sogar noch weiter. Blogger David Winer fürchte das "virusartige" neue Facebook, das das Surfverhalten der Nutzer ohne Interventionen speichert. In einer Antwort warnte Blogger und Hacker Nik Cubrilovic, dass selbst Ausloggen nicht ausreiche. Facebook könne mit Hilfe der Cookies jede Internetseite aufspüren, die der Nutzer besucht.Der Blogger rate alle Facebook Cookies zu löschen oder einen separaten Browser ausschließlich für Aktivitäten mit dem Netzwerk zu nutzen.

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