Schmidt dementiert Manipulationsvorwürfe

Google nutzt seine Vormachtstellung aus, um seine eigenen Produkte prominent in seinen Suchmaschinenrankings abzubilden. So lautet einer der vielen Vorwürfe, denen sich Ex-Google-CEO Eric Schmidt am Mittwoch vor einem Unterausschuss des US-Senats für Kartellfragen stellen musste. Die Senatoren werfen dem IT-Riesen vor, im Suchmarkt eine marktbeherrschende Stellung auszuüben. Schmidt gab sich gelassen, nutzte die Zeit aber, um sich über die wachsende Konkurrenz zu beklagen.

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Die Vorwürfe wiegen schwer: Man beschuldigt Google, Suchergebnisse zugunsten der eigenen Produkte zu frisieren. "Google ist in der Position, darüber zu bestimmen, wer im Internet erfolgreich ist und wer versagt", sagte der Republikaner Mike Lee, der versuchte, Schmidt ins Kreuzverhör zu nehmen. Als Beispiel nannte Lee die Auflistung von Preisvergleichen in Googles Suchmaschinenranking. Während Googles eigenes Angebot immer auf Position drei lande, variiere die Auflistung von Konkurrenten wie Nextag, PriceGrabber und Shopper.

Ex-Google-Chef Eric Schmidt wies die Vorwürfe während der Anhörung entschieden zurück. Man würde sich zwar nicht freuen, wenn eine Bundesbehörde Untersuchungen anstellen würde, sei sich aber sicher, dass alles mit rechten Dingen abgelaufen sei. Außerdem versicherte der amtierende Verwaltungsratsvorsitzende, dass Google einer immer stärker werdenden Konkurrenz ausgesetzt sei.

Man habe zwar Marktanteile von 70 Prozent bei der Internetsuche, 75 Prozent bei der Vermarktung von Suchanzeigen und 95 Prozent bei der mobilen Suche. "Wir sind aber nicht wie Microsoft", sagte Schmidt. Reiseportale, Schnäppchenanbieter und Social Networks würden die User abwandern lassen. "Konsumenten, vor allem die jungen, wenden sich zunehmend an ihre Online-Freunde, um herauszufinden, was getragen, gegessen und angeschaut wird", sagte Schmidt.

Die US-Kartellbehörde FTC hat wegen des Verdachts auf Ausnutzung einer marktbeherrschenden Stellung sowie wegen des Vorwurfs der Manipulierung von Suchergebnissen Ermittlungen aufgenommen. Immerhin kontrolliert Google etwa zwei Drittel des weltweiten Suchmaschinenmarktes.

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