Facebook vs. Google+: der Social-Infight

Offener Schlagabtausch zwischen dem weltgrößten sozialen Netzwerk und dem wertvollsten Internetkonzern der Welt. Im Tagesrhythmus feuert Facebook Aktualisierungen heraus, die die Interaktion im Freundes-Netzwerk verbessern sollen. Der eigentliche Höhepunkt der Neuerungen dürfte indes am Donnerstag auf der Entwicklermesse f8 folgen. Herausforderer Google+ konterte bereits im Vorfeld: Seit gestern ist das soziale Netzwerk des Internetriesen für jeden zugänglich. Gleichzeitig bringt Google die Hangouts auf Smartphones.

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Für ein paar Wochen sah es so aus, als wäre Google+ nach dem furiosen Start Ende Juni die Luft ausgegangen. Die Nutzerzahlen stagnierten, die Anzahl der Posts ließ nach – selbst Larry Page schien sich in seinem sozialen Netzwerk etwas zu langweilen: sein letzter (öffentlicher) Post liegt mehr als einen Monat zurück.

Facebook nutzte Googles Verschnaufpause und holte in den vergangenen zwei Wochen nach, was zuvor versäumt worden war: Freunde konnten einfacher in Listen kategorisiert werden, Google+ hatte es zuvor mit seinen Circles vorgemacht. Wenige Tage später konnten Facebooker Inhalte von Nutzern "abonnieren", mit denen sie gar nicht befreundet sind – Google nennt diese Funktion "nur folgen", Twitter hat das Prinzip salonfähig gemacht.  

Gestern folgte die zuvor angekündigte Neuordnung des Nachrichtenflusses, priorisiert nach der Bedeutung der Postings und der Facebook-Freundschaft in Hauptmeldungen, neuesten Meldungen und Echtzeit-Nachrichten.

Zugang für jedermann: Google+ nun in offener Beta-Phase

Auf diese Wirkungstreffer von Facebook reagierte Google indes prompt. Ebenfalls gestern läutete der Internetkonzern die nächste Phase seines sozialen Netzwerks ein, das es bereits auf mehr als 20 Millionen Nutzer bringt. In Zukunft dürfte sich der Zuwachs durchaus beschleunigen, denn künftig sind keine Einladungen von Google Plussern der ersten Stunde nötig – jeder kann sich nun anmelden.

Und damit sich der Besuch bei Google+ auch noch mehr lohnt, hat der Internetriese gleichzeitig neue Features ausgerollt, die das soziale Netzwerk deutlich aufwerten. Das gelingt Google zum einen in seiner ganz eigenen Domäne – der Internetsuche. Ab sofort können Nutzer Googles soziales Netzwerk schlagwortgenau nach Inhalten durchsuchen. "Das ändert die ganze Sache. Ich kann meine eigenen Posts durchsuchen, ich kann interessante Leute nach ihren Interessen finden", lobt Tech-Blogger Robert Scoble Googles Upgrades. "Facebook versteht nichts von der Suche."

Hangouts kommen aufs Smartphone
Doch auch in technischer Hinsicht hat Google noch einige Neuerungen zu bieten. Der vielfach gelobte Videochat Hangouts, der anders als bei Facebook auch mit mehreren Benutzern geführt werden kann, erreicht nun die Smartphones – zumindest, wenn sie auf Googles mobilem Betriebssystem Android basieren.  Damit nicht genug: Hangouts kommt mit neuen Features wie einer Livestream-Möglichkeit, Desktop-Sharing, Notizen und Dokumenten-Verwaltung daher.   

Der US-Tech-Szene gefallen die Upgrades. "Ich bin ziemlich beeindruckt von den Google+-Updates für die Hangouts", erklärte etwa Mashable-Gründer Pete Cashmore. Robert Scoble pflichtet bei. "Die Hangouts sind eine große Sache." Mehr noch: Der Alpha-Tech-Blogger postete zugleich, dass er seine Zukunft bei Google+ sieht – weil das Feedback auf seine Blogbeiträge und Posts hier am wertvollsten wäre. "Es ist SEHR WICHTIG für Content-Produzenten wie mich auf Google zu sein", adelte Scoble den Emporkömmling unter den sozialen Netzwerken.

Lange dürfte Facebooks Antwort auf Googles Offensive indes nicht auf sich warten lassen. Schon Donnerstag könnte der Infight weitergehen, wenn das weltgrößte Social Network seine Entwicklerkonferenz "f8" eröffnet, auf der die wichtigsten Produktneuheiten seit der Einführung des Like-Buttons (April 2010) erwartet werden. Fortsetzung im großen Social-Network-Duell folgt garantiert!

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