ARD-„Sportschau“ steht erneut auf der Kippe

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) erneuert ihren Druck auf die „Sportschau“: Um mehr Geld in die Kassen der Vereine zu spülen, fordert der Verband ein neues Modell für die Vergabe der TV-Übertragungsrechte. Auf einer Mitgliederversammlung sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert, man befinde sich in guten Gesprächen mit dem Kartellamt und erwarte mit Blick auf die Ausschreibung „keine unüberbrückbaren Differenzen“. Das könnte das Aus der Berichterstattung vor 20 Uhr im Free-TV bedeuten.

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„Das Kartellamt hat uns signalisiert, dass mehr als ein Szenario möglich ist. Demzufolge können auch Szenarien zur Ausschreibung kommen, die keine Highlight-Berichterstattung vor 20 Uhr vorsehen“, zitiert der Berliner Kurier den DFL-Chef Seifert. Auf diese Weise versucht der Verband, eine größere Konkurrenzsituation zu schaffen. „Damit sprechen wir uns nicht gegen die ‚Sportschau’ aus. Die ARD muss sich aber dem Wettbewerb stellen“, fügte Seifert hinzu.
Die DFL will durch attraktive Exklusivrechte für Web- und Mobil-Übertragungen neue Bieter anlocken und damit höhere Preise erzielen. Mit zwei Modellen geht sie ins Rennen um die neue Ausschreibung. Die erste Variante sieht weiterhin eine Erstverwertung der Bundesliga-Highlights über alle Verbreitungswege am Samstag ab 18.30 Uhr vor.
Nach dem zweiten Modell könnte die „Sportschau“ in der ARD jedoch obsolet werden: Die DFL plant darin eine frei empfangbare Übertragung der Höhepunkte über das Internet und das mobile Web. Das würde die Exklusivität der Fußballbilder für Sky erhöhen. Vielleicht würde der Bezahlsender dann noch einmal Geld für die Kicker locker machen, so die Hoffnung. „Vor dem Ende der Saison 2011/12 wollen wir einen endverhandelten Vertrag präsentieren“, sagte DFL-Chef Seifert.
Bis Sommer 2013 sind die Fernsehrechte der deutschen Profiklubs noch vergeben. Der Bezahlsender Sky überträgt alle Spiele live, die ARD-„Sportschau“ strahlt samstags die Highlights der Partien aus, das ZDF-„Sportstudio“ zeigt Ausschnitte aus dem Spiel der Woche (Anstoß: samstags, 18.30 Uhr), die Telekom überträgt per IPTV und Sport1 verwertet am Sonntag die Höhepunkte aus den Begegnungen. Jährlich verdient die DFL mit dieser Regelung 412 Millionen Euro. Den Löwenanteil zahlt Sky mit 240 Millionen Euro.

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