Amazon startet App-Store in Deutschland

Heimlich, still und leise hat Amazon seinen Android App-Store für Deutschland und weitere Länder außerhalb der USA geöffnet. Wer bisher außerhalb der USA bei Amazon Apps für sein Android-Phone einkaufen oder runterladen wollte, musste sich ein zusätzliches Amazon-Konto mit Adresse in den USA zulegen. Der Amazon App-Store bietet u.a. jeden Tag eine Bezahl-App kostenlos an. TechCrunch spekuliert, dass die Öffnung ein Vorbote für das erwartete Kindle-Tablet von Amazon sein könnte.

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Amazon selbst hat die Öffnung des App-Stores für Kunden außerhalb der USA nicht kommentiert. Es gebe nur drei Möglichkeiten, meint TechCrunch: 1. Man will das erst System testen, 2. Der App-Store soll zeitgleich mit dem in Kürze erwarteten Tablet-Launch kommuniziert werden oder 3. Es handelt sich um einen Fehler. Letzteres scheint aber unwahrscheinlich.

Bei Amazon tut sich ohnehin einiges hinter den Kulissen. Das Wall Street Journal berichtete jüngst, dass es Planungen gibt, dass Amazon-Prime-Kunden bald ältere E-Book-Titel für Amazons E-Reader Kindle ohne Zusatzkosten in Form einer Flat-Rate lesen können. Für Deutschland wäre ein solches Angebot wegen des Widerstands der Buchverlage vorerst noch undenkbar.

Der App-Store von Amazon enthält zwar dieselben Apps wie der offizielle Android-Market, bietet aber der Amazon-Kundschaft einige Vorteile. So übernimmt Amazon die Kauf-Abwicklung über das bewährte 1-Click-System, man kann auf die Empfehlungs-Maschinerie von Amazon zurückgreifen und – der wohl wichtigste Grund – jeden Tag bietet der Amazon App-Store eine Bezahl-App des Tages für umsonst zum Download an.

Der Tablet-Computer, den Amazon einführen soll, wird nach Infos von TechCrunch – ebenso wie die E-Reader des Online-Händlers – Kindle heißen, einen 7-Zoll-Farbbildschirm mit Touch-Funktion haben und mit einem stark modifizierten Android-Betriebssystem laufen. Das Gerät soll auf den Konsum von Digital-Medien ausgerichtet sein, die man bei Amazon kauft. Mit einem kolportierten Verkaufspreis von rund 250 US-Dollar wäre das Gerät direkt gegen den farbigen E-Reader Nook Color von Barnes & Noble positioniert. Allerdings soll das neue Kindle-Tablet kein E-Ink-Display besitzen, sondern einen aktiv beleuchteten Bildschirm wie das iPad. Damit wäre das Gerät vor allem für den Konsum von Filmen und/oder Musik ideal. Die E-Reader-Serie des Kindle mit passivem E-Ink-Bildschirm soll weiter produziert werden, dürfte aber nochmals deutlich im Preis reduziert werden.

Der baldige Verkaufsstart eines solchen Kindle-Tablet in den USA gilt als sichere Sache. Die spannende Frage für deutsche Kunden ist ob, wann und mit welchen Funktionen das Gerät hierzulande angeboten wird.

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