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Scotland Yard geht gegen Guardian vor

Nachdem der Guardian den Abhör-Skandal bei der News of the World aufgedeckt hat, geht die Londoner Polizei nun gegen einen Journalisten aus dem Team von Alan Rusbridger vor. Scotland Yard will mittels des Official Secrets Acts die Nennung von Informanten erzwingen, die zu dem Artikel über das angezapfte Handy des ermordeten Schulmädchens Milly Dowler beitrugen. Diese Meldung hatte den Skandal im Juli eskalieren lassen und zum jähen Ende der News of the World geführt.

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Nachdem der Guardian den Abhör-Skandal bei der News of the World aufgedeckt hat, geht die Londoner Polizei nun gegen einen Journalisten aus dem Team von Alan Rusbridger vor. Scotland Yard will mittels des Official Secrets Acts die Nennung von Informanten erzwingen, die zu dem Artikel über das angezapfte Handy des ermordeten Schulmädchens Milly Dowler beitrugen. Diese Meldung hatte den Skandal im Juli eskalieren lassen und zum jähen Ende der News of the World geführt.

Scotland Yard will die Guardian-Reporterin Amelia Hill, die zusammen mit Nick Davies die Milly Dowler-Story recherchierte, dazu zwingen, ihre Quellen preiszugeben. Ihr wird vorgeworfen, Beamte der "Operation Weeting" angestiftet zu haben, ihr Informationen im Falle Dowler sowie zu den verhörten ehemaligen Chefredakteuren der News of the World Andy Coulson und Rebekah Brooks zuzuspielen.

Zudem wird ein Polizist beschuldigt, "schädliche" Informationen weitergegeben zu haben, die eine Verurteilung behindern könnten. "Operation Weeting" startete im Januar dieses Jahres unter der Leitung von Deputy Assistant Commissioner Sue Akers, nachdem vorherige Ermittlungen nach der Verurteilung des NotW-Reporters Clive Goodman und des Privatdetektivs Glen Mulcaire abgeschlossen wurden, obwohl nur ein Bruchteil der Beweismaterialien analysiert wurde.
Die Entscheidung der Polizei, gegen den Guardian vorzugehen, wurde scharf kritisiert. Die Generalsekretärin der National Union of Journalists, Michelle Stanistreet, <a href='http://www.guardian.co.uk/</wbr>media/2011/sep/16/phone-<wbr></wbr>hacking-met-court-order _blank external-link-new-window>sagte gegenüber der Zeitung: „Dies ist eine sehr ernste Drohung gegen Journalisten, und die NUJ wird gegen diesen bösartigen Versuch, den Official Secrets Act zu gebrauchen, hart kämpfen. Journalisten haben die Abhör-Story untersucht und der Öffentlichkeit die Wahrheit gesagt. Man sollte ihnen gratulieren, statt sie zu jagen und vom Staat zu kriminalisieren.“
Auch der Chefredakteur des Guardians Alan Rusbridger sowie der Labour-Abgeordnete Tom Watson, der sich jahrelang für die Enthüllung des Skandals eingesetzt hat, verurteilten das Vorgehen der Polizei. Watson fügte hinzu, die Polizei habe über zehn Jahre lang versagt, das ernsthafte Fehlverhalten bei der News of the World zu untersuchen.
Der Fall wird am 23. September am Obersten Gerichtshof in London angehört werden.

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