US-Hit „Deadliest Catch“ als deutsches Buch

Angst kennt er zu gut. Bei meterhohen Wellen fuhr er sechs Wochen lang mit einigen der härtesten Fischer der Welt zur See. Vor Alaska. MEEDIA traf den frisch gekürten Emmy-Gewinner Cameron Glendenning und sprach über seine Dokumentationsreihe „Deadliest Catch“, die zurzeit auf Dmax läuft. „Das war der härteste Job, den ich in meinem Leben gemacht habe“, erinnert sich der US-Filmemacher. Das Drama auf hoher See gibt es jetzt erstmals auch als 320-seitiges Buch in deutscher Übersetzung.

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Die Rechte zum Buch, das unter dem Namen „Time Bandit“ erschienen ist, sicherte sich der Hollenstedter Ankerherz-Verleger Stefan Krücken, der angesichts des Emmy-Reigens ein gutes Gespür fürs Timing der Veröffentlichung bewies. Zum Marktstart konnte Krücken den amerikanischen Dokumentarfilmer Glendenning für eine Lesereise nach Deutschland holen.
Im Mittelpunkt der Serie und des Buchs stehen die Kapitäne Andy und Johnathan Hillstrand. Auf dem wilden Meer vor Alaska trotzen sie mit ihrer Crew wütenden Stürmen, monströsen Wellen, tückischem Packeis und einer bleiernen Erschöpfung. Jeder Fehler kann tödlich sein, auf der Suche nach Königskrabben und schnellem Reichtum. Es gebe keine Fangsaison, in der nicht ein Schiff an die Beringsee verloren gehe, versuchten sie dem Filmemacher Glendenning Angst einzujagen.
Glendenning stach trotzdem mit ihnen in See. Für seine Serie heimste der 34-Jährige jüngst vier Emmys ein, unter anderem in der Kategorie „Outstanding Cinematography for Reality Programming“. „In ‚Deadliest Catch’ sind alle Szenen real, alles ist genau so passiert, wie wir es zeigen“, sagt der 34-Jährige. „Auf so einem Schiff bekommst du beim Dreh keine zweite Chance.“
Die Fischer sind meist zwei Wochen am Stück auf dem Wasser. Nur um ihren Fang abzuladen, ankern sie für ein paar Stunden im Hafen. Glendenning hat diese raue Welt ungeschönt dokumentiert. Er zeigt den Kampf der Männer mit den Gezeiten und ihren eigenen Launen. „Einmal boxte ich einem aus der Crew mitten ins Gesicht“, erzählt der Filmemacher. „Er nahm es mir aber nicht lange übel. Alaska ist keine Gegend für Weicheier.“
Aus seinen sechs Wochen an Bord ist Glendenning ein Ereignis besonders im Gedächtnis geblieben. Gegen 4 Uhr morgens entdeckte die Crew der „Time Bandit“ ein anderes Schiff, das seit drei Monaten als vermisst gemeldet war. Der Bug des Boots schaukelte im Wasser hin und her. „Plötzlich knallte und ratterte es direkt neben mir! Ich kapierte erst gar nicht, was da abging. Dann sah ich es.“ Die Krabbenfischer rund um Glendenning hatten Pistolen, Maschinengewehre und AK47s gezückt und feuerten aus allen Rohren auf das gekenterte Schiff. „Sie wollten den Treibstofftank treffen.“ Nur so konnte das Wrack sinken und war für andere Boote keine Bedrohung mehr. „Wer in Alaska keine Waffe trägt, ist ein Dummkopf, sagten sie mir“, fügt der 34-Jährige hinzu. Auf See und in der Wildnis lauerten überall Gefahren, nicht nur gekenterte Schiffe.
Termine der Lesereise: Freitag, 16.9. Rider´s Café Music Club, Lübeck / Sonntag, 18.9. Roter Salon, Speicher XI. Bremen / Montag, 19.9. Globus/Tresor im Kraftwerk, Berlin / Mittwoch, 21.9. Ankerherz Verlag, Alter Tanzsaal, Hollenstedt

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