Condé Nast UK eröffnet Modeakademie

In London ist es wirklich schwierig, Mode oder Design zu studieren. Mit Central St. Martins, dem Royal College of Art und dem London College of Fashion sind gerade einmal drei der weltweit führenden Akademien auf diesem Gebiet in der britischen Hauptstadt angesiedelt. Zum Glück rettet Condé Nast UK ab kommendem Jahr die orientierungslosen Jungdesigner von der Straße und eröffnet sein eigenes College. Der „British Vogue fashion foundation course“ klingt nach einer soliden Ausbildung...

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In London ist es wirklich schwierig, Mode oder Design zu studieren. Mit Central St. Martins, dem Royal College of Art und dem London College of Fashion sind gerade einmal drei der weltweit führenden Akademien auf diesem Gebiet in der britischen Hauptstadt angesiedelt. Zum Glück rettet Condé Nast UK ab kommendem Jahr die orientierungslosen Jungdesigner von der Straße und eröffnet sein eigenes College. Der „British Vogue fashion foundation course“ klingt nach einer soliden Ausbildung…
… Und mit einem Master in Luxusmarketing werden traditionelle Studiengänge zweifelsohne bald aussterben.
Jaja… Wer im Glashaus sitzt…. Ich habe auch Modejournalismus studiert, am London College of Fashion, daher weiß ich wie albern es ist . Wer nicht auch ohne so eine Ausbildung 250 Worte über Maxiröcke hinbekommt, ist entweder kein Schreiber oder nicht interessiert genug, um drei Jahre seines Lebens mit dem Thema zu verbringen. Ich hatte den Kurs in der naiven Hoffnung begonnen, über historische und kulturelle Hintergründe zu lernen, und einer der sechs Fächer befasste sich auch damit. Aber neben den seltenen Geistesblitzen in den Cultural-Studies-Seminaren ging es auch schon mal um die Sitzordnung bei Modeschauen in den PR-Stunden oder um Tricks von Stylisten im Visual-Communications-Kurs.
Gott sei Dank konnte ich verkürzen und verbrachte netto nur 18 Monate am London College of Fashion. Auch hatten meine Tutoren einen soliden akademischen Hintergrund. Dagegen wird Susie Forbes, Chefredakteurin des Magazins Easy Living und ehemalige stellvertretende Chefin der British Vogue, die Oberstudiendirektorin des Condé Nast Colleges. Zu den Kursen sollen neben Journalismus auch Mode- und Designgeschichte sowie wirtschaftliches Know-how der Industrie vermittelt werden. Mein Lieblingskurs ist allerdings „Das Jahr in der Mode“.
Die 300 Studenten, die ab 2012 am Condé Nast College of Fashion & Design anfangen, haben eine Auswahl an Magazin-betitelten Kursen. Neben dem „British Vogue fashion foundation course“ soll es auch „House & Garden interior design and decoration“-Studiengänge geben, vermutlich mit Fächern wie „Deko-Kissen“ und „Beige für Fortgeschrittene“. Zudem bietet die neue Akademie eine Reihe von Mode-Intensivkursen an.
Bei aller Bissigkeit stehen die Chancen für die Condé-Nast-Schule nicht schlecht. Auch wenn im nächsten Jahr die Studiengebühren in England auf bis zu 9.000 Pfund pro Jahr steigen, zieht Condé Nast traditionell ein gut betuchtes Publikum an – in der Redaktion wie am Zeitungsstand. Studenten an privaten Universitäten können sich zudem für Staatskredite von bis zu 6000 Pfund bewerben, und wer weiß – vielleicht gibt es ja am Ende sogar einen Job im Vogue House in Mayfair. Auch wenn das Abschlussdiplom vielleicht nicht ganz so viel Gewicht wie ein „Politics, Philosophy and Economy“-Bachelor von Oxford besitzt, kann die Verlagsschule auf jeden Fall eines garantieren: Kontakte. Und ein dickes Adressbuch zählt in dieser Industrie am meisten.

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