Anzeige

Blackberry-Hersteller RIM bricht weiter ein

Die Wirtschaftswelt kann ziemlich grausam sein: Über Jahre dominierte Blackberry-Hersteller RIM das Smartphone-Geschäft fast nach Belieben. Dann kam das iPhone und die Android-Geräte – und die Vorherrschaft hielt trotzdem noch eine Weile. Anfang des Jahres jedoch stagnierten die Geschäft, seit dem Frühjahr geben sie nach. Nun brechen sie regelrecht ein, wie die neuen Quartalszahlen belegen. Die Lage ist dramatisch, zumal neue Produkte wie das RIM-Tablet wie Blei im Regal liegen. Eine Ära geht zu Ende.

Anzeige
Anzeige

Die Wirtschaftswelt kann ziemlich grausam sein: Über Jahre dominierte Blackberry-Hersteller RIM das Smartphone-Geschäft fast nach Belieben. Dann kam das iPhone und die Android-Geräte – und die Vorherrschaft hielt trotzdem noch eine Weile. Anfang des Jahres jedoch stagnierten die Geschäft, seitdem dem Frühjahr geben sie nach. Nun brechen sie regelrecht ein, wie die neuen Quartalszahlen belegen. Die Lage ist dramatisch, zumal neue Produkte wie das RIM-Tablet wie Blei im Regal liegen. Eine Ära geht zu Ende.

Mehr als 160 Jahre ist es her, dass Karl Marx den Begriff der kreativen Zerstörung prägte. Alte Strukturen und Produkte werden von neueren, innovativeren verdrängt und schließlich zerstört. Wohl nirgends ist das in der Wirtschaftswelt brutaler zu beobachten als in der Handy-Branche, die von Modell zu Modell lebt.

Dabei konnte sich Research in Motion (RIM) mit seinem Blackberry noch verhältnismäßig lange halten. Über ein halbes Jahrzehnt bestimmte der kanadische Smartphone-Hersteller damit maßgeblich den Mobilfunkmarkt. Der Blackberry, das war das Synonym für mobile Erreichbarkeit im Geschäftsalltag – der erste Goldstandard im aufkommenden Smartphone-Markt.

iPhone und Android hängen Blackberry ab

Dann kam das iPhone und veränderte nach und nach die Machtverhältnisse im Mobilfunkmarkt – nicht zuletzt, weil Nachahmer wie Google auf den Zug aufsprangen und mit Android ein mobiles Betriebssystem bereitstellten, das Handyherysteller wie HTC, Samsung und LG zu ganz neuem Glanz verhalf.

Research in Motion blieb bei seinem eigenen proprietärem Betriebssystem Blackberry OS, das in der App-Welt des iPhones und der Android-Geräte zunehmend sehr, sehr alt aussah. Trotzdem schien es lange so, als wäre der Mobilfunkmarkt groß genug für mehrere Player – bis Anfang des Jahres die Grenzen des Wachstums sichtbar wurden.

Gewinnhalbierung binnen eines Jahres

Seitdem steckt RIM im Abstiegkampf, der von Quartal zu Quartal mehr in den freien Fall übergeht. Anfang Mai wurde überraschend eine deftige Gewinnwarnung ausgesprochen, die folgenden Quartalszahlen gerieten trotz der verringerten Erwartungen zur schweren Enttäuschung.

Anzeige

Nun folgt das veritable Desaster: Abermals verfehlte RIM bei Vorlage der jüngsten Quartalszahlen nach Handelsschluss an der Wall Street krachend die Erwartungen. Lediglich 419 Millionen Dollar oder 80 Cent je Aktie konnte RIM vorweisen, Analysten hatten mit 88 Cent je Anteilsschein gerechnet.  

Wirklich brutal ist das Missverhältnis jedoch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum: Da hatte RIM noch 796 Millionen Dollar oder 1,46 Dollar je Aktie verdient. Auch die Umsätze gaben von 4,6 auf 4,2 Milliarden Dollar nach. Entsprechend weniger Blackberrys wurden im vergangenen Quartal abgesetzt: Nach 12,1 Millionen Geräten nur noch 10,6 Millionen Geräte.

Anleger geben auf: Minus 20 Prozent nach Handelsschluss

Am schwersten wiegt jedoch, dass kaum Turnaround-Hoffnungen am Horizont sichtbar sind. Während Apple mit dem iPad ein neues Produkt etablierte, das in nicht mal eineinhalb Jahren zum zweitgrößten Geschäftszweig herangewachsen ist, ist RIMs Tablet-Antwort komplett missraten. Gerade mal 200.000 Playbooks wurden im abgelaufenen Quartal verkauft – statt der erwarteten 600.000.

Ebenfalls beunruhigend: Auch die Barreserven sind von 2,9 auf 1,4 Milliarden Dollar wegen des Kaufs der Nortel-Patente zusammengeschmolzen. Anleger zogen nach der Enttäuschung auf ganzer Linie abermals die Reißlinie und schickten die RIM-Aktie nach Handelsschluss um sage und schreibe 20 Prozent auf nur noch 24 Dollar nach unten.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*