Arrington lässt „Crunchgate“ eskalieren

Für Michael Arrington wird es langsam peinlich: Der Techcrunch-Gründer musste gerade seinen Posten als Chefredakteur des Tech-Blogs aufgeben, weil er Opfer einer erbitterten Diskussion wurde, ob er als Journalist Startups positiv besprechen und gleichzeitig als Geldgeber in dieselben Firmen investieren dürfe. Doch jetzt kommt es noch dicker: Bei Arringtons Startup-Wettkampf TechCrunch Disrupt gewannen ausgerechnet drei Projekte, mit denen der 41-Jährige verbandelt ist.

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Der Streit um Arrington hat von US-Blogs und Medien mittlerweile den knackigen Beinamen "Crunchgate" bekommen. Der Disput entstand, als der Startup-Kenner begann, verstärkt als Risikokapital-Geber (Venture Capitalist) aufzutreten. Zuvor hatte Arrington den 20 Millionen Dollar schweren CrunchFund gegründet, an dem sich die Techcrunch-Mutter AOL mit acht Millionen Dollar beteiligte.

Problematisch wurde die Sache für Arrington, als sich die Content-Chefin Arianna Huffington von der AOL-Tochter Huffington Post einschaltete und die New York Times begann, gegen ihn Stimmung zu machen, indem sie seine redaktionelle Unabhängigkeit in Frage stellte. Der Vorwurf ist klar: Bei Techcrunch, das vielfach über blutjunge Startups in der ersten Finanzierungsphase berichtet, könne der 41-Jährige Unternehmen, in die sein CrunchFund investiert, mit gezielter Berichterstattung pushen und so zu einer höheren Bewertung verhelfen.

Und was machte Arrington? Er inszenierte sich als Märtyrer und betonte, unterstützt von seinen Autoren, dass Techcrunch schon immer eine besondere Form von Objektivität und Transparenz im Umgang mit Startups gehabt habe.

Der PR-Feldzug in eigener Sache wirkte. Die Diskussionen um seine Rolle bei der redaktionellen Bewertung eines Startups und seinen Aktivitäten als Business-Angel verstummten – bis zum gestrigen Ende seines Web-Events. Denn die ausgezeichneten Firmen konterkarierten seine Charme-Offensive. Sowohl mit dem Gewinner Shaker als auch den folgenden Unternehmen Prism Skylabs und Bitcasa ist der Geschäftsmann als Geldgeber verbandelt.

Die Diskussion über Arringtons Vermischung von Journalismus und Investorentätigkeit wird so schnell nicht enden. Denn via Twitter kündigte er bereits an, in wenigen Tagen ein neues Blog starten zu wollen.

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