ARD macht Vorabend zur heiteren Todeszone

Die ARD hat am Mittwoch ihr neues Vorabendprogramm in Hamburg vorgestellt. Unter der Dachmarke "Heiter bis tödlich" will das Erste die Sendezeit zwischen 18.50 Uhr und der geplanten Show mit Thomas Gottschalk vor der "Tagesschau" mit attraktiven Serien füllen. Dabei scheinen die Senderverantwortlichen den von Gottschalk geprägten Begriff der "Todeszone" ernst zu nehmen. Bisher sind sechs Regionalkrimis für das Vorabendprogramm geplant. Die ersten werden im Oktober gezeigt.

Anzeige

Die Krimiserien spielen in deutschen Provinzen und Städtchen wie Husum, Quedlinburg (Harz) und dem Voralpenland. Auch fiktive Örtchen wie Büdringhausen sind dabei, wo das kleinste Amtsgericht in NRW beheimatet sein soll. Ein Team ermittelt auch in der Münchener Innenstadt, ein anderes ist in Lübeck und Hamburg unterwegs. Dabei geht es aber weniger um eine bierernste Aufklärung eines Mordes, sondern mehr um die verschiedenen skurrilen Typen an Kommissaren, Staatsanwälten, Sekretärinnen und Richtern, die hinter den Fällen stecken und diese auf ihre humorvolle Art lösen. In den Hauptrollen spielen unter anderem Felix Eitner, Frank Vockroth, Loretta Stern, Ingo Naujoks, Christian Tramitz, Helmfried von Lüttichau, Wolke Hegenbarth und Martin Lindow.

Mit dem Regional-Krimi-Konzept, das vor allem auf kauzige Typen und pfiffige Fälle setzt, liegt die ARD voll im Trend. Seit Längerem gehören Detektiv- und Mörder-Geschichten aus Deutschlands ländlicher Idylle, wie die Eifel-Krimis von Jacques-Berndorf oder die Fälle von Kommissar Kluftinger im Buchmarkt zu den Bestsellern.

Frank Beckmann, ARD-Koordinator für den Vorabend, nannte auf der Programmvorstellung in Hamburg die drei Eigenschaften, die alle Serien einen: Regionalspirit, Spannung und Humor. "Wir haben bewiesen, dass wir mit dem ‚Tatort‘ eine erfolgreiche Marke entwickeln konnten. Diese Kompetenz wollen wir nun nutzen, um den Vorabend zu erneuern." Vorbild der sechs Serien sei das "Großstadtrevier" gewesen, das in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag feiert.

Diese lange Laufzeit will Beckmann gerne als Benchmark für die "Heiter bis tödlich"-Reihe setzen. Als man vor einem Jahr mit der Beseitigung der "Großbaustelle Vorabend" begonnen habe, habe kein Experte daran geglaubt, dass diese innerhalb eines Jahres geschlossen werden würde.

So schnell es auch mit der Realisierung klappte, so schnell soll sich auch ein zweistelliger Marktanteil für den neuen ARD-Vorabend einstellen, so das Ziel des Programmkoordinators. "Wir werden dies früher erreicht haben als die Elbphilharmonie fertiggestellt sein wird", sagte Beckmann. Dieser Termin wurde bekanntlich immer wieder verschoben. Von politischer Seite heißt es nur, ohne ein genaues Datum zu nennen, dass die Baumaßnahmen "bald" beendet sein sollen.

2011 lief zwischen 18.50 Uhr und 19.45 Uhr bisher vornehmlich "Das Duell im Ersten". Hier erreichte die ARD im Gesamtpublikum durchschnittlich einen Marktanteil von 7,5 Prozent und bei den 14- bis 49-Jährigen 3,2 Prozent. Das "Großstadtrevier", das montags und dienstags auf dem Sendeplatz läuft, kam 2011 bisher auf 9,7 Prozent bzw. 5,1 Prozent.

Den Start macht am 25. Oktober das Team "Nordisch herb" aus Husum mit Loretta Stern und Frank Vockroth, ab 2. November folgt dann "Hubert und Staller" mit Christian Tramnitz und Helmfried von Lüttichau. Für "Henker und Richter" mit Martin Lindow und Rike Schmid ist der 10. November als Starttermin gesetzt. Es wird jeweils 16 Folgen geben. Die übrigen drei Regionalkrimis werden 2012 ausgestrahlt.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige