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Yahoo-Chaostage: Bartz fühlt sich „verarscht“

Am Ende wird es eine Schlammschlacht: Carol Bartz, als rabaukige Alpha-Woman der Techszene bekannt, kartet nach ihrem Rausschmiss per Telefon kräftig gegen den Yahoo-Aufsichtsrat nach. "Diese Leute haben mich verarscht", erklärt die 63-Jährige dem Wirtschaftsmagazin Forbes. Mehr noch: Der Aufsichtsratschef habe "nicht die Eier" gehabt, ihr die Kündigung persönlich zu überbringen. Bartz könnten die deftigen Worte nun die 10 Millionen schwere Abfindung kosten – sie hatte eine Stillschweige-Klausel im Vertrag.

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Am Ende wird es eine Schlammschlacht: Carol Bartz, als rabaukige Alpha-Woman der Techszene bekannt, kartet nach ihrem Rausschmiss per Telefon kräftig gegen den Yahoo-Aufsichtsrat nach. "Diese Leute haben mich verarscht", erklärt die 63-Jährige dem Wirtschaftsmagazin Forbes. Mehr noch: Der Aufsichtsratschef habe "nicht die Eier" gehabt, ihr die Kündigung persönlich zu überbringen. Bartz könnten die deftigen Worte nun die 10 Millionen schwere Abfindung kosten – sie hatte eine Stillschweige-Klausel im Vertrag.

Vielleicht hatte Yahoos Aufsichtsratschef Roy Bostock schlicht Angst vor dieser Frau – deswegen die Kündigung per Telefon. Die nimmt Yahoos gefeuerte Ex-Vorstandsvorsitzende Carol Bartz Bostock nun aber noch übler mit, als die ihre per iPad verschickte Abschiedmail an die Mitarbeiter erahnen ließ.

"Ich bin sehr traurig, Euch mitteilen zu müssen, dass ich gerade von Yahoos Aufsichtsratsvorsitzenden am Telefon gefeuert wurde", hatte Bartz da noch geschrieben. Damit war aber offenbar nur ein Teil ihres Gemütszustands beschrieben. Einen Tag später überwog offenkundig die Wut: "Diese Leute haben mich verarscht“, diktierte die 63-Jährige der Online-Ausgabe des Forbes Magazines.

Carol Bartz – bekannt für wortgewaltige Ausbrüche

Im Original lautet das: "These people fucked me over". Eine solch gehörige Abreibung ist für die wortgewaltige Ex-Chefin nichts Neues: Auch der diese Woche ebenfalls gefeuerte Techcrunch-Gründer Michael Arrington bekam einst auf der Bühne einer Technologie-Konferenz Bartz’ ruppige Seite zu spüren. "Fuck you, Mike", hatte Bartz dem Techblogger seinerzeit entgegengeschleudert.

Mit Yahoos Aufsichtsrats war Bartz aber noch lange nicht fertig: "Sie wollten wohl nicht als die Dumpfbacken aussehen, die sie sind", zog Bartz über das Kontrollgremium vom Leder, das sie dann gleich "am schlechtesten im ganzen Land besetzt" sieht.

"Bin ich denn blöd?"

Ihre Meinung erklärte die Ex-Autodesk-Managerin Aufsichsratschef Roy Bostock dann auch sehr deutlich am Telefon, als er versuchte, Bartz die vom Anwalt formulierte Kündigung zu verkünden: "Roy, liest Du etwa ab?" zitiert Forbes Bartz. "Warum hast Du nicht die Eier, mir das selbst zu sagen?". Als Bostock die Kündigung verlesen hatte, entgegnete Bartz einmal mehr: "Hab’s verstanden. Ich dachte, Du hättest mehr Klasse."

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Die gefeuerte Yahoo-Chefin checkte daraufhin aus ihrem Hotel in New York aus, wo sie am nächsten Tag auf einer Technologiekonferenz eine Rede halten sollte und nun die Anwälte erwartete, bezog ein neues Hotel und besprach sich mit ihrem Mann, den Kindern und ihrer Assistentin. Bostock hatte ihr ein Ultimatum gestellt, binnen zwei Stunden zu entscheiden, ob sie selbst zurücktreten oder den Rauswurf verkünden lasse wollte.

"Bin ich denn blöd? ", schilderte Forbes die Selbstreflexion der Carol Bartz. Die Reaktion ist bekannt: Wenig später ging die inzwischen schon legendäre Abschieds-Mail  an die Yahoo-Belegschaft heraus.

Kostet ihre Abrechnung Bartz die Abfindung?

So weit, so emotional. Überraschenderweise erklärte die aufgebrachte Ex-Yahoo-Chefin aber, dem strauchelnden Internetkonzern treu bleiben zu wollen. Ihr Nachfolger, der Finanzchef Tim Morse sei ein "great guy" – sie selbst wolle dem  Aufsichtsrat, in dem sie noch offiziell sitzt, weiter angehören. Das dürfte nach den kontroversen Aussagen eher schwierig werden.

Tatsächlich könnten Bartz’ ihre Ausfälle auch noch andere Probleme bereiten: Wie Forbes berichtet, hat die 63-Jährige den Anspruch auf eine Abfindung in Höhe von 10 Millionen Dollar, der allerdings an eine bestimmte Klausel gebunden ist: gegenseitiges Stillschweigen. Davon kann nach der Interview-Abrechnung wohl nicht mehr die Rede sein: Bartz’ "Dumpfbacken" im Aufsichtsrat könnten am Ende ziemlich smart dastehen.

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