Harald Schmidt: Er ist zuhause, Mama

Harald Schmidt lieferte mit der ersten Show bei seinem alten Sender eine ganz gewöhnliche “Harald Schmidt Show” ab. Und das war alles andere als schlecht. Schmidt, der zuvor in zig Interviews große Töne gespuckt hatte, lieferte und zeigte, dass er das Late-Night-Format immer noch beherrscht wie kein zweiter in Deutschland. Er kalauerte, sang (!), stichelte, zauberte Überraschungen aus dem Hut und war so gut in Form wie lange nicht. Fast könnte man meinen, die ganzen Werbesprüche seien die Wahrheit.

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Dabei hat es lange gedauert, bis Harald Schmidt zurück gefunden hat zu seinem alten Sender und zu sich selbst. Der Ausflug in die ARD erscheint nun rückblickend fast wie ein böser Traum. “Schmidt & Pocher” gilt ja inzwischen sozusagen amtlich als Fehltritt und auch die zweite Inkarnation vom ARD-Schmidt mit Hardcore-Feuilleton-Themen und Ensemble passte nicht so Recht zu ihm wie jetzt wieder die große Solo-Nummer. Katrin Bauerfeind sah hübsch aus, war aber nur sehr begrenzt komisch. Christian Brey war nicht übel, wirkte aber stets ein wenig deplatziert. Jan Böhmermann war witzig, aber er fehlte beim Sat.1-Comeback jetzt auch nicht sonderlich.

Schmidt hat sich gelöst vom Irrglauben des Konzepts – er selbst ist das Konzept und so funktioniert seine Show am besten. Schmidt lieferte einen langen, sehr bösen Einstieg zu Günther Jauchs Talk-Premiere bei der ARD, Olli Dietrich tauchte aus heiterem Himmel bzw. durch die Tür als Überraschungsgast auf und plauderte mit Schmidt über den Brühe-Automaten auf dem Gut von Rudi Carrell. Das war der Höhepunkt der Show.

Der Auftritt von Hape Kerkeling war dagegen ein bisschen lahm – Schmidt und Kerkeling witzelten vor allem über die “Wetten dass..?” Gerüchte. Zum Schluss gab es dann noch kräftige Musik der Guano Apes, und alles war ein bisschen wie früher. Auch die Werbepausen der Show waren pickepackevoll. Im Prinzip bleiben nur zwei Mankos: 1. Die Show kommt zu spät. 2. Die Show kommt mit zweimal pro Woche noch immer zu selten. Ansonsten ist die “Harald Schmidt”-Show immer noch eine der wenigen Sendungen, die das Einschalten wirklich lohnen.
Hier gibt es die komplette Sendung nochmal zum anschauen.

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