Der Fußball und die „Daten-Sündenböcke“

Der Streit um den gläsernen Fußball-Profi ist offiziell erst einmal beigelegt: Am gestrigen Dienstag gab die Deutsche Fußball-Liga (DFL) bekannt, dass man an seiner Linie festhalte und Kunden wie Spiegel Online und Bild.de weiter umfassende Spielerdaten veröffentlichen dürfen. Dazu bittet die Liga die Medien jedoch, "verantwortungsvoll mit den Daten umgehen". Wie der Kicker nun berichtet, entbrannte der Streit um die lauffaulen Spieler möglicherweise überhaupt erst durch fehlerhaftes Zahlenmaterial.

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Der Streit um den gläsernen Fußball-Profi ist offiziell erst einmal beigelegt: Am gestrigen Dienstag gab die Deutsche Fußball-Liga (DFL) bekannt, dass man an seiner Linie festhalte und Kunden wie Spiegel Online und Bild.de weiter umfassende Spielerdaten veröffentlichen dürfen. Dazu bittet die Liga die Medien jedoch, "verantwortungsvoll mit den Daten umgehen". Wie der Kicker nun berichtet, entbrannte der Streit um die lauffaulen Spieler möglicherweise überhaupt erst durch fehlerhaftes Zahlenmaterial.

Der Streit zwischen Vereinen, der Liga und dem Datendienstleister Impire entflammte auf der ersten Manager-Tagung der neuen Saison. Vor allem Horst Heldt von Schalke 04 und Volker Finke vom 1. FC Köln sorgten sich, dass durch die Vielzahl von neuen Leistungswerten, die einige Web-Portale seit Saisonbeginn veröffentlichten, ihre Kicker gebrandmarkt werden könnten und deshalb deren Marktwert sinke.

Die Logik der Manager basiert offenbar auf den Erfahrungen des ersten Spieltages. Anhand der neuen Daten, die seit dieser Saison von dem Spezialisten Impire zur Verfügung gestellt werden, war beispielsweise zu sehen, dass Lukas Podolski mit 8,9 Kilometern in 90 Minuten der lauffaulste Spieler des gesamten Spieltages war.

Die Manager forderten sogleich, dass die Medien weniger Daten bekommen sollten. Das ist seit gestern vom Tisch. Für diese Spielzeit bleibt alles, wie es bislang ist.

Mittlerweile werden allerdings erste Zweifel an der Qualität einiger Daten zum ersten Spieltag laut. So schürt der Kicker in einem großen Reportage-Stück einige Skepsis an der offiziellen Laufleistung der Mainzer Profis Andreas Ivanschitz und Marcel Risse. Die möglichen Pannen erklärt das Fachmagazin mit der zu kurzen Vorlaufzeit, die Impire gehabt hätte, um ein funktionierendes System aufzubauen.

Der Datendienstleister erhielt erst spät den Zuschlag als Generallieferant für alle Leistungsdaten der Bundesliga. Im Gegenzug dürfen die Münchener das Zahlenmaterial auch an Medien wie Spiegel Online, Kicker und Bild verkaufen. Was die Redaktionen mit dem Material machen, bleibt ihnen überlassen.

So hat der Kicker bereits gegenüber MEEDIA angekündigt, freiwillig nur die Laufleistung einer gesamten Mannschaft und nicht eines einzelnen Spielers zu veröffentlichen.

Der DFL-Geschäftsführer Holger Hieronymus appellierte am Dienstag deshalb an die Medien, "verantwortungsvoll mit den offiziellen Spieldaten umzugehen". Zudem ergänzte der Impire-Vorstand Harald Keilbach: "Wir wissen um die Sensibilität und um die Verantwortung dieser Daten."

Grundsätzlich sagt die DFL aber auch: "Spieldaten bilden in der heutigen Zeit auch im internationalen Maßstab eine unverzichtbare Arbeitsgrundlage für die sportliche Leitung in den Clubs und bieten gleichzeitig einen Mehrwert für die Öffentlichkeit."

Im Kicker warnte Andreas Rettig, Manager des FC Augsburg, bereits davor, dass die Medien ständig neue "Daten-Sündenböcke" schaffen würden.

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