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AOL entsorgt Alpha-Blogger Arrington

Das Kapitel AOL ist für Alphablogger Michael Arrington beendet: Nach tagelangen Spekulationen zog AOL gestern offiziell den Schlussstrich und verkündete das Ende der Zusammenarbeit. Der Streit über die Zukunft des TechCrunch-Gründers war in den vergangenen Wochen entbrannt, als Arrington ankündigte, künftig einen Risikokapital-Fonds zu managen. AOL-Content-Chefin Arianna Huffington sah dadurch die journalistische Unabhängigkeit gefährdet. Sein Nachfolger wird Vize Erick Schonfeld.

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Das Kapitel AOL ist für Alphablogger Michael Arrington beendet: Nach tagelangen Spekulationen zog AOL gestern offiziell den Schlussstrich und verkündete das Ende der Zusammenarbeit. Der Streit über die Zukunft des TechCrunch-Gründers war in den vergangenen Wochen entbrannt, als Arrington ankündigte, künftig einen Risikokapital-Fonds zu managen. AOL-Content-Chefin Arianna Huffington sah dadurch die journalistische Unabhängigkeit gefährdet. Sein Nachfolger wird Vize Erick Schonfeld.

Wenn die Alphatiere der Technologiebranche nicht schon solche schillernden Unikate wären – man müsste sie erfinden. Erst Carol Bartz von Yahoo, die in der vergangenen Woche für den vielleicht deftigsten Abgang in der Internet-Ära gesorgt hat, nun TechCrunch-Gründer Michael Arrington, der sich als echter Rebell der Szene inszeniert.

Dass der Verkauf des Internetblogs TechCrunch, an den schlingernden Online-Pionier AOL nicht die unproblematischste Verkaufsvariante war,  ahnten viele bereits vor knapp einem Jahr. Nur 25 Millionen Dollar überwies AOL für Arringtons Lebenswerk, das der 41-Jährige mit vollem medialen Einsatz seit mehr als 6 Jahren betreute – längst nicht so viel wie einst wohl von Arrington selbst erhofft.

Trotzdem wollte der Seriengründer auch als Angestellter die Fahne des Blogs hochhalten – und blieb nach der Übernahme Chefredakteur: "Ich beabsichtige auf jeden Fall eine sehr lange Zeit mit AOL zusammenzubleiben", erklärte Arrington Ende vergangenen September.

Szenen einer absehbaren Trennung: Arrington gab den Märtyrer

noch verhältnismäßig geräuschlos. Erst Anfang September knallte es, als bekannt wurde, dass der Startup-Kenner als Risikokapital-Geber (Venture Capitalist) auftreten werde. Arrington launchte den 20 Millionen Dollar Nicht einmal ein Jahr ist es nun geworden. Dabei verliefen die ersten elf Monateschweren CrunchFund, an dem sich AOL mit 8 Millionen beteiligte.

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So weit, so interessant. Problematisch wurde die Sache für Arrington aber, als sich die Content-Chefin Arianna Huffington von der AOL-Tochter Huffington Post einschaltete, und die New York-Times begann, gegen Arrington Stimmung zu machen, in dem sie seine redaktionelle Unabhängigkeit in Frage stellte. Der Vorwurf ist klar: Bei TechCrunch, das vielfach über blutjunge Start-ups in der ersten Finanzierungsphase berichtet, könne Arrington Unternehmen, in die sein CrunchFund investiert, mit gezielter Berichterstattung pushen und so zu einer höheren Bewertung verhelfen.

Chaos-Tage folgten, Arrington gab den Märtyrer und forderte von AOL die redaktionelle Trennung von der Huffington Post um Arianna Huffington oder den Rückverkauf an ihn selbst – oder seinen Rausschmiss.

"Ok @ariannahuff. Lass uns darüber reden, wie die Sache wirklich gelaufen ist"

Nach tagelangen Spekulationen ist nun die dritte Variante Fakt. Gestern verkündete AOL das Ende: "Michael Arrington, der Gründer von TechCrunch, hat sich entschieden, TechCrunch und AOL zu verlassen, um sich um seinen neuen Risikokapitalfonds zu kümmern"–  in den AOL weiter investiert. Dass die Entscheidung nicht wirklich freiwillig war, hat Arrington in seinem inzwischen legendären Blogpost "Redaktionelle Unabhängigkeit" bereits vorweggenommen.

Zeitgleich meldete sich Arrington zu Wort – und das nicht ohne Inszenierung. "Die Situation ist nicht gut für mich, um weiter zu bleiben", verkündete der 41-Jährige passenderweise auf der TechCrunch Disrupt-Konferenz. Wie? In einem grünen T-Shirt mit der Aufschrift "Unbezahlter Blogger" ("Unpaid Blogger"), das eine direkte Replik auf Arianna Huffington ist, die Arrington ernsthaft erklärte, er wäre bestenfalls kostenlos willkommen.   

Damit ist alles gesagt? Mitnichten. In guter amerikanischer "Es nicht vorbei bis es vorbei ist"-Manier  konnte sich Arrington am Ende des Tages eine letzte Breitseite gegen Huffington nicht verkneifen. Der 61-jährigen Griechin, die sich über die Darstellung ihrer Fehde mit Arrington im Wall Street Journal beschwert hatte, twitterte Arrington: "Ok @ariannahuff. Lass uns darüber reden, wie die Sache wirklich gelaufen ist." Dass Arringtons langjähriger Sekundant Erick Schonfeld zum neuen Chefredakteur von TechCrunch berufen wurde, geriet dabei vollkommen zur Nebensache.

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