Oennings ungewollter Twitter-Hype

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen: Michael Oenning, mit seinem Hamburger SV auf dem letzten Tabellenplatz, wird bei Twitter mächtig auf die Schippe genommen. Unter seinem Namen zwitschert ein Unbekannter Dinge wie: „Wir werden Geschichte schreiben und Titel holen - selbst wenn es vorerst nur der alte Rekord von Tasmania Berlin ist.“ Der Autor kennt sich offenbar gut im Fußball aus: Er benutzt zum Teil echte Zitate des Trainers und wandelt sie für seine Zwecke ab.

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Am gestrigen Montag twitterte der falsche Oenning: „Wir werden jetzt nicht in Panik geraten und mit einem Sieg gegen Gladbach rechnen, wir gehen den Weg der kleinen Schritte.“ Ein ähnliches Zitat nutzte der HSV-Coach nach seinem Einstandssieg gegen den FC Köln in der vergangenen Saison. Er sagte, der Sieg sei „natürlich eine tolle Grundlage, um Vertrauen zueinander zu bekommen“, doch gehe man „den Weg der kleinen Schritte“.

Die Tweets unter dem Fake-Account werden jedoch noch deutlich gehässiger. Über seinen Trainer-Kollegen Lucien Favre schreibt der falsche Oenning: „Lobhudelei an jeder Ecke für Herrn Favre und seine Leistung mit Gladbach. Nun gut, immerhin müssen meine Interviews nicht untertitelt werden.“ Auch über seinen Co-Trainer zieht der 45-Jährige her: „Grad schweißgebadet aufgewacht. Hab geträumt, dass ich einen Co-Trainer hab, der mich beerben könnte. Zum Glück hab ich Fanny Heinemann geholt.“

Bei Twitter folgen Oenning etwas mehr als 200 User. Der Trainer gibt dort übrigens den Namen „Mad“ an – ein Spitzname, den er heute nicht mehr gerne hört. Er ist eine Anspielung auf einen 14 Jahre alten „Herzblatt“-Auftritt. Dort stellte er sich mit den Worten „Hallo, ich bin der Mad aus Münster“ vor – und gewann am Ende als einer von drei „Herzbuben“ einen romantischen Tag mit der „Herzdame“.

Oenning ist seit der Bundesligasaison 2010/11 beim HSV. Zurzeit steht sein Club mit nur einem Punkt aus fünf Spielen und 16 Gegentoren auf dem letzten Tabellenplatz. Am Wochenende fingen sich die Hanseaten eine 0:2-Klatsche im Nordderby gegen Werder Bremen ein.

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