Interview: Nienhaus korrigiert sich selbst

Christian Nienhaus beendet einen Nebenkriegsschauplatz und rudert zurück: In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hatte der WAZ-Geschäftsführer gesagt, dass ARD und ZDF Politiker "sofort mit kritischer Berichterstattung in ganz anderen Punkten" überziehen würden, wenn sie kritische Fragen in Richtung der öffentlich-rechtlichen Sender stellten. In einer Stellungnahme dazu sieht sich der Manager, der auch Vorsitzender des NRW-Zeitungsverlegerverbandes ist, allerdings "missverstanden".

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Weiter sagte Nienhaus in der FAZ, dass im Landtag von Nordrhein-Westfalen sogar "Abgeordneten gedroht" worden sei, "wenn sie gegen die Mediengebühr stimmten". Dann "würde das in der WDR-Berichterstattung Folgen haben".

Eine Reaktion auf das Gespräch ließ nicht lange auf sich warten. So erwägt der WDR – nach taz-Informationen – mittlerweile rechtliche Schritte, weil die Anschuldigungen bislang nicht belegt wurden. Auch das Landtags-Präsidium will sich noch einmal mit dem Fall beschäftigen.

In der WAZ betreibt Nienhaus jetzt allerdings Schadensbegrenzung: "Hier bin ich missverstanden worden. Ich stelle ausdrücklich klar, dass ich mit meiner Äußerung nicht die Behauptung aufstellen wollte, der WDR habe unmittelbar oder mittelbar Abgeordneten im Landtag von Nordrhein-Westfalen in Zusammenhang mit deren Abstimmungsverhalten über die Mediengebühr mit einer negativen Berichterstattung im WDR gedroht".

Über die Einführung der Haushaltsabgabe entscheidet der Landtag in Düsseldorf im Herbst. Ein genauer Termin steht noch nicht fest.

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