Charlotte Roche: Abrechnung mit „3nach9“

Offiziell hieß es nur, dass es "unterschiedliche Auffassungen" zwischen Radio Bremen und Charlotte Roche über die Talksendung "3nach9" gegeben hat. Auf einer Lesung sprach die Bestseller-Autorin nun Klartext darüber, warum sie die Sendung verlassen hat. Wie die Hamburger Morgenpost berichtet, habe die 33-Jährige Probleme mit der Redaktion gehabt - und zwar wegen ihres Aussehens. "Es gab Streit um meine Haare", sagte Roche. Dazu soll sich die Redaktion an ihren Tätowierungen gestört haben.

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"Ich habe mich vor der Sendung zurechtgemacht. Aber dann hieß es: So willst du doch wohl nicht auftreten", erzählte Roche in einer Fragerunde nach ihrer Lesung ihres neuen Buches "Schoßgebete" im Hamburger Schmidt-Theater. Dabei soll es des Öfteren um ihre Frisur gegangen sein. "Das waren vor allem Diskussionen mit Leuten, die gar keine Haare haben", fügte die Buchautorin hinzu. Bei der Kleidungswahl sei sie ebenfalls bevormundet worden. Dabei ging es um ihre Tätowierungen an den Armen, von der die Redaktion "angeblich" vorher nichts wusste. "Ich sollte immer Kleider mit langen Ärmeln tragen, damit man sie nicht sieht", erklärte Roche. 
Auch die Zuschauer hätten sich bei der Redaktion beschwert, weil sie die Stimme der Moderatorin nicht ertragen könnten. "Da hieß es, ich solle ein Stimmtraining machen. Aber die Redaktion wusste doch schon vorher, wie ich spreche!" Das Rummäkeln an ihrer Person habe sie krank gemacht, weswegen sie dann die Sendung verlassen habe.
Auf MEEDIA-Anfrage hieß es bei Radio Bremen, dass die Redaktion und Roche damals Stillschweigen über die Trennungsgründe vereinbart hätten. Daran werde man sich auch weiter halten.
Roche war im September 2009 als Nachfolgerin von Amelie Fried zu "3nach9" gekommen und führte mit Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo vier Monate durch die Sendung. Damals hieß es von ihrer Seite, dass sie im Laufe der ersten fünf Sendungen festgestellt habe, dass sich ihre Vorstellungen nicht mit denen der Redaktion deckten.
Radio Bremen-Programmdirektor Dirk Hansen sagte damals: "Wir haben gern mit Charlotte Roche gearbeitet und hätten auch der Entwicklung mehr Zeit gegeben. Aber wir haben nun festgestellt, dass es unterschiedliche Auffassungen über die Sendung gibt und in einer solchen Situation ist es am besten, sich neu zu orientieren."

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