Radio-Kult: „Frühstück bei Stefanie“

Morgens kurz vor halb acht in Norddeutschland: Mutti und Vati sitzen am Frühstückstisch. Es läuft – wie jeden Tag – NDR 2. Punkt 7.17 Uhr ist es so weit – das Highlight des Vormittags: Das Comedyformat „Frühstück bei Stefanie“ läuft. Dazu schlüpfen die Moderatoren Andreas Altenburg und Harald Wehmeier in ihre Rollen. In wenigen Jahren haben sie eine norddeutsche Kult-Sketch-Show geschaffen, die mittlerweile sogar im Fernsehen läuft. Am Donnerstagabend erhielten sie dafür den Deutschen Radiopreis.

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„Frühstück bei Stefanie“ baut auf einem ähnlichen Prinzip auf wie „Dittsche“ mit Olli Dittrich. In Steffis kleinem Imbiss, genannt Schlemmerbistro, treffen immer die gleichen Gäste aufeinander – genau wie bei „Dittsche“. Der Frührentner Georg Ahlers weiß – zumindest meint er das – immer alles besser, Udo Martens verkörpert den alternativen Lebenskünstler, der sich bei jeder Gelegenheit durchschnorrt, und „Opa“ Franz Gehrke versucht sich trotz seines Alters immer wieder als Senior-Casanova. Sie „beschnacken“ alles Mögliche, von Andrea Berg bis Guttenberg, von der royalen Hochzeit bis zur Euro-Rettung, von der jüngst mitgemachten Kaffeefahrt bis zur nächsten gemeinsamen Weihnachtsfeier. Am Ende jeder Folge stellt Opa Gehrke immer eine Kreuzworträtselfrage.
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„Wie dieses Quartett keineswegs nur norddeutscher Klischee-Kleinbürger das alltäglich Banale ernsthaft und das Ernsthafte alltäglich-banal und auf diese Weise urkomisch erscheinen lässt und damit inzwischen multimedial eine beständig wachsende Fangemeinde erfreut, das hat große Klasse und das ist große Klasse!“, begründete die Grimme-Jury ihr Urteil beim Deutschen Radiopreis. Sie lobt weiter, in der Show werde „akribisch nachgefragt, trocken gekontert, auch jede Menge Gefühl investiert. Und nicht selten schwingt sich die Beantwortung der Fragen zu grotesken Höhenflügen des Räsonnements auf. Bis zu Opa Gehrkes finaler Kreuzworträtselfrage, bei der die Antwort zwar nur knapp vorbei, aber gerade darum immer daneben geht.“
Die Folge "Promis googlen"
Gelegentlich treten auch prominente Gastsprecher in „Frühstück bei Stefanie“ auf. So schlüpfte zum Beispiel Til Schweiger in einer Episode in die Rolle von Udos Mutter, Sky du Mont lieh einem Hundehalter seine Stimme und Kai Pflaume kam als Überbringer einer Versöhnungsbotschaft von Steffis Lover Rolf Reuss vor. Auch dank des Promifaktors ist die im September 2008 gestartete Satiresendung innerhalb kürzester Zeit zum Kult geworden – und zur vermarktungsfähigen Marke. Schon 2009 erschien die Doppel-CD „Frühstück bei Stefanie“ mit den beliebtesten Folgen sowie exklusivem Material wie Interviews, Rezepten und einem Director’s Cut. Es folgten eine Dreifach-CD sowie eine weitere Doppel-CD. In diesem Jahr kam zudem die DVD„… siehste!“ mit den ersten 50 TV-Folgen inklusive Bonusmaterial heraus.
Hier geht es zur am häufigsten bei Youtube geklickten Folge
Hinter dem norddeutschen Comedyformat stecken zwei Moderatoren, die ihre Wurzeln in ganz anderen Regionen Deutschlands haben. Während Harald „Harry“ Wehmeier, geboren in Osnabrück, vielleicht noch gerade als Norddeutscher durchgeht, ist Andreas Altenburg als gebürtiger Bayer auf den ersten Blick alles andere als prädestiniert dafür. Der Pfaffenhofener arbeitet jedoch schon seit 1993 bei NDR 2 – als Morgen-Redakteur und Autor mit Schwerpunkt Comedy, unter anderem für die Sendungen „Kwatsch“, „Schumibrüder“, „Haus Sonnenschein“, „Detzer &  Nelling“ und „Wer piept denn da?“.

„Frühstück bei Stefanie“ läuft montags bis freitags um 7.17 Uhr bei NDR 2. Wiederholungen gibt es um 16.45 Uhr sowie in mindestens zwei weiteren über den Tag verteilten Ausgaben. Außerdem bietet der NDR die Sendung als Podcast an (die aktuelle Folge). Seit dem 13. September 2010 laufen die Geschichten aus dem Stehtisch-Imbiss auch ab 18.45 Uhr in der NDR-Sendung „Das!“. Zum „Zeichentrick-Leben“ wird abends die Folge erweckt, die um 7.17 Uhr im „NDR 2 Morgen“ Premiere hatte.

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