Brigitte Mom: frech und kurzweilig

Nachwuchs aus der Brigitte-Familie: Mit Brigitte Mom testet Gruner + Jahr ein neues "Magazin mit starken Nerven". Doch anders als der Untertitel suggeriert, brauchen junge Mütter und die, die es noch werden wollen, gar nicht viel Geduld und Langmut beim Lesen. Denn Brigitte Mom ist kein problemorientierter Ratgeber, sondern frech, kurzweilig, gelassen und mit viel Witz gemacht. Tatsächlich überzeugt das Heftkonzept und bringt eine neue Farbe in den Markt der Müttermagazine.

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Schon das Cover sticht aus der breiten Masse heraus: Das schwarz-weiß Porträt mit 60er-Jahre-Charme ist unaufdringlich und klassisch. Als Themen werden "Mode zum Ausrasten schön" angekündigt, auch auf das Gewinnspiel, bei der als Preis eine Haushälterin für ein Jahr winkt, wird hingewiesen. In großen Lettern ist der vermeintliche Slogan des Heftes "Lebe lieber unperfekt" abgedruckt. Und damit ist die Richtung des Heftes vorgegeben.

In den fünf Ressorts "schön sein", "schlau werden", "haben wollen", "weg wünschen" und "anders machen" geht es um den Alltag zwischen Kind, Ehe und Job. Es geht um Jobmode, die alles mitmacht, es geht um Bösartigkeiten für jede Gelegenheit, Online-Dating für Single-Moms oder auch die Geschichte einer Frau, die immer dienstags offiziell zum Literaturkreis geht, dann aber mit einem Liebhaber in der Badewanne landet. Auch Männer haben in dem Frauenheft das Wort: In "Dad – Die Gegendarstellung", schreibt Till Raether über den Fernsehkonsum von Kindern. Seine Meinung: "Kinder vor die Glotze. Und zwar so früh wie möglich". Dazu gibt es den redaktionellen Hinweis für den Artikel: zum Rausreißen und Zusammenknüllen, wenn die Meinung nicht erwünscht ist.

Frage/Antwort: Was ändert sich im Leben mit Kind?

Besonders hervorzuheben sind die 50 Antworten zu der Frage "Wird mein Leben als Mutter besser oder schlechter", die sich auf acht Seiten durch das Heft zieht. Sängerin Pink gibt zu "Früher war mein Leben Whiskey, Tränen und Zigaretten – jetzt ist es Schnodder, Tränen und Häufchen. Ich vermisse allerdings den Whiskey." Dazu gibt es andere kurzweilige und freche Weisheiten zu Sex auf der Waschmaschine und das neue Verhältnis zu den Eltern nach einer Schwangerschaft. Ebenfalls amüsant: Dei Bilderstrecke Iron Mom, in der Alltagssituationen als das neue Work-Out angepriesen werden.


Die Bilderstrecke zu Ironmom

"Was Mütter brauchen, sind starke Nerven und eine gute Portion Humor. Das bieten wir ihnen mit Brigitte Mom", sagt Chefredakteur Andreas Lebert, der das Heft zusammen mit Brigitte Huber verantwortet. "Wir treffen den richtigen Ton und bringen Dinge schnell auf den Punkt." Dem kann man ohne weiteres zustimmen. Brigitte Mom ist originell und erfrischend, hat eine ansprechende Bildsprache und nimmt kein Blatt vor dem Mund. Dass das Test-heft viele Käuferinnen finden wird, ist wünschenswert. Denn bei einem Verkaufserfolg könnte der Titel in Serie gehen. Frischer Wind wird dem Markt der Müttermagazine guttun.
Brigitte Mom erscheint in einer Auflage von 180.000 Exemplaren und kostet 3,80 Euro im Magazinformat. Im Pocketformat ist es einen Euro günstiger.

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