3D ohne Brille und Smartphones mit Power

Was wurde der Internationalen Funkausstellung in den vergangenen Jahren nicht alles nachgesagt: zu wenig, zu klein, zu unwichtig. Doch nach einer gut besuchten Messe blickt die Elektronikbranche optimistisch ins Weihnachtsgeschäft. An den sechs Tagen kamen 238.000 Besucher, drei Prozent mehr als 2010. Der Handel habe Waren für die geschätzte Summe von 3,7 Milliarden Euro bestellt, ein Plus von knapp sechs Prozent. Was waren die Highlights? Welche Produkte werden die Regalen füllen? Eine Übersicht.

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Die zuletzt schwächelnde Elektronikbranche hat auf der IFA neue Kraft getankt und geht optimistisch ins Weihnachtsgeschäft. "Wir konnten erfreuliche Zuwächse erzielen und sind mit dem Messeverlauf sehr zufrieden", resümierten die Veranstalter am gestrigen Mittwoch, dem letzten Tag der Elektronikmesse in Berlin.

Größter Hoffnungsträger der Branche ist "Smart TV", die intelligente Kombination vom Fernseher und Web. Auf der IFA gaben Philips, Sharp, LG und Loewe bekannt, künftig an einer gemeinsamen App-Lösung zu entwickeln. Der TV-Branche stehen gute Zeiten ins Haus. Im April kommenden Jahres wird der analoge Satellitenempfang dauerhaft abgeschaltet. 2,3 Millionen Haushalte mit vier bis fünf Millionen Fernsehern müssten dann ihre Technik erneuern, rechnen Experten vor.

Welche Produkte Sie garantiert wiedersehen werden:

Samsung Galaxy Note

Hat man es einmal in der Hand, ist es nur schwer in eine Schublade zu stecken. Das Mischwesen aus Smartphone und Tablet kommt mit einer Displaygröße von 5,3 Zoll daher. Die Brillianz des AMOLED-Screens sucht derzeit ihresgleichen. Samsung plant, das Gerät als neue Klasse zwischen Smartphone und Tablet-PC etablieren. Zielgruppe dürften wohl Businesskunden sein. Denn auf Wunsch lässt sich das “Note” auch mit einem Stylus-Stift bedienen. Fazit: Mehr ist momentan technisch nicht machbar. Ein würdiger iPhone-Gegner.

Toshiba 55ZL2G

Fernsehgigant Toshiba setzte in diesem Jahr voll auf 3D ohne Brille. Mit dem 55ZL2G präsentierte das Unternehmen den weltweit ersten 3-D-Großformatfernseher, der ohne Brille auskommt. Die Bildschirmdiagonale von 55 Zoll mit einer einer Quad-Full-HD-Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln soll dabei die Augen schonen. Mit Toshibas Personal-TV-Technologie sollen Verbraucher außerdem Nutzerprofile erstellen können. Die Idee dahinter: Jedes Familienmitglied wählt seine Einstellung aus, der Fernseher wechselt individuell Lautstärke, Bildeinstellungen und Programmlisten.

Rollei Bullet HD

Eine Actioncam, die auch nach Actioncam aussieht. Neben einem martialischen Äußeren soll ein robustes Aluminiumgehäuse das Innere vor Staub, Stößen und sonstigen Einwirkungen schützen. Die Outdoorknipse kostet 250 Euro.

Sony Tablet P

Es sieht ungewöhnlich aus, hat aber einen gewissen Charme. Sonys eigentümliches Tablet P verfügt über zwei 5,5 Zoll große Touchscreens, will aber trotzdem zu den Tablets gehören. Das Gerät lässt sich zusammengeklappt in der Hosentasche unterbringen. Die Handhabung ist gewöhnungsbedürftig, der Preis noch unbekannt.

HTC Titan

Der Name ist Programm: Bei den Spezifikationen hat hat HTC beim Titan ordentlich geklotzt. Das Smartphone verfügt über einen 1,5-Gigahertz-Prozessor sowie ein 4,7-Zoll-Display, eine 8-Megapixel-Kamera. Als Betriebssystem kommt das neue Windows Phone Mango zum Einsatz. Preis: 600 Euro.

Qosmio F750

3D am Laptop ohne Brille: Toshiba will mit dem Qosmio F750 auch auf dem Laptop 3D-Feeling verbreiten. Ohne Brille projeziert das Gerät mittels beweglicher Linsen, die auf Kopfbewegungen reagieren, ein dreidimensionales Bild ohne Brille auf die Netzhaut der Kunden. Erhältlich ab Sommer für 1649 Euro in der Vollausstattung.

LG Hom-Bot 2.0

Auch das ist die IFA: Neben Unterhaltungselektronik machen Haushaltsgeräte einen Großteil der Produktvorstellungen aus. Der Hom-Bot 2.0 von LG ist eine multifunktionale Haushaltshilfe. In der Wohnung orientiert er sich mittels Kamerabildern sowie Ultraschall- und
Infrarotsensoren. So viel Putz-Hightech hat dann auch ihren Preis. Der Putzroboter ist für 799 Euro erhältlich.

Ultrabooks von Lenovo und Co.

Ultrabooks, was ist das? Plump gesagt, sind es Notebook, die dem ultraflachen Macbook Air nacheifern wollen. Acer, Toshiba und Lenovo stellten auf der IFA gleich mehrere Geräte vor. Nach Informationen der taiwanischen Digitimes sollen zum Verkaufsstart nur geringe Stückzahlen produziert werden – angeblich unter 50.000 Stück. Kurzum: Die Hersteller glauben nicht an den Erfolg. Die Kunden dann wohl auch nicht.

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