Yahoo: Carol Bartz‘ bitterer Abschied per iPad

Game over für Carol Bartz: Rund 2,5 Jahre nach ihrem Amtsantritt ist für die 63-Jährige schon wieder Schluss bei Yahoo. Das Ende kam nicht unerwartet – dafür aber nicht besonders stilvoll: Der Aufsichtsrat kündigte Bartz per Telefon. Die scheidende Vorstandsvorsitzende feuerte noch einmal zurück und verkündete der Belegschaft ihr Aus zeitgemäß – nämlich in knapper Mail per iPad. Finanzchef Tim Morse übernimmt nun. Anleger jubeln unterdessen: Die Yahoo-Aktie haussiert nachbörslich um mehr als 6 Prozent.

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Trennungen tun immer weh – selbst wenn sie eigentlich schon länger erwartet  worden sind.  So geschehen nun bei Carol Bartz, seit Januar 2009 ziemlich glücklose Chefin des Internet-Pioniers Yahoo – bis gestern. Dann kam Aufsichtsratschef Roy Bostock und zog die Notbremse: Bartz ist raus bei Yahoo. Und das offenbar dann doch auf die ruppige Tour, wie ihre ungewöhnliche Abschiedmail andeutet:

"An alle,
ich bin sehr traurig, Euch mitteilen zu müssen, dass ich gerade von Yahoos Aufsichtsratsvorsitzenden am Telefon gefeuert wurde. Es war mir eine große Freude, mit Euch zu arbeiten. Ich wünsche Euch allen weiter nur das Beste.
Carol.
Von meinem iPad gesendet."

Bitter Abschied: Yahoo-Aktie endlich im Plus – durch Bartzs Rausschmiss

So klingt das Aus des CEOs eines Internet-Portals im Jahr 2011: Es ist eine Verabschiedung 2.0, versendet vom begehrtesten Gadget dieser Tage, Apples iPad. Auf die 63-Jährige folgt Finanzchef Tim Morse. Ob nur als Übergangs- oder langfristige Lösung, ist noch unklar.

Die Trennung von der früheren Autodesk-Managerin kommt nicht überraschend. Seit Monaten galt Bartz als Abschusskandidatin, der Aufsichtsrat suchte angeblich seit dem Frühsommer nach einem Nachfolger. Nicht zuletzt die Börsenperformance ließ sehr zu wünschen übrig. Seit Jahresbeginn liegt die Yahoo-Aktie um 22 Prozent hinten, seit ihrem Amtsantritt im Januar 2009 ist Bartz kein Kursplus gelungen.  

Das kann sie nun endlich vorweisen: Nach Bartz‘ Demission sprang die Yahoo-Aktie um 6 Prozent im nachbörslichen Handel nach oben. Bitterer könnte der Abschied kaum ausfallen.

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