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Seitensprung-Portal wirbt mit Horst Seehofer

Das könnte für Ärger sorgen: Das US-Seitensprung-Portal Ashley Madison, das es seit vergangenen Winter auch in Deutschland gibt, wirbt auf dem Alexanderplatz in Berlin mit einem riesigen Plakat, für das Arnold Schwarzenegger, Horst Seehofer und Bill Clinton bestimmt nicht freiwillig ihr Konterfei hergaben. Der Slogan: "Was haben diese drei Männer gemeinsam? Sie hätten besser Ashley Madison nutzen sollen." Alle drei Politiker machten wegen Affären Schlagzeilen, die sie neben ihrer Ehe unterhielten.

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Das Unternehmen sieht in den drei Politikern ideale Werbeträger – als Beispiele dafür, wie man es nicht macht. „Seitensprünge sind vollkommen menschlich und können einer Beziehung sogar gut tun“, sagte AshleyMadison.com-Gründer Noel Biderman. „Aber davon darf natürlich niemand etwas mitbekommen! Gerade wer wie Horst Seehofer in Amt und Würden steht, sollte den Teufel tun, sich erwischen zu lassen.“
Überraschend an der Sache ist, dass dem Fremdgehportal erlaubt wurde, großflächig am Alexanderplatz zu werben. Bisher konnte die Firma eher immer genau dann punkten, wenn ihre Werbung verboten wurde. So lehnte der US-Fernsehsender NBC im Jahr 2009 einen TV-Spot für AshleyMadison.com während der Super-Bowl-Übertragung ab. Das gab Chef Noel Biderman Gelegenheit, sich trefflich über die Schein-Moral der US-Medien zu empören.

So wirbt AshleyMadison am Alexanderplatz

Ende 2009 wollte das Portal dann Werbung auf Straßenbahnen in Bidermans Heimatstadt Toronto buchen, was ebenfalls abgelehnt wurde. Die Sache hatte sogar politische Folgen, als herauskam, dass Adam Giambrone, der Chef der Verkehrsbehörde von Toronto, der die Werbung als unmoralisch abgelehnt hatte, zugeben musste, selbst seine Lebensgefährtin betrogen zu haben. Ob er dazu die Dienste von AshleyMadison.com nutzte, ist nicht bekannt. Giambrone musste daraufhin aber seine Kandidatur als Bürgermeister von Toronto zurückziehen.
Im Februar 2010 bot AshleyMadison.com zehn Millionen Dollar, wenn die finanziell klamme US-Stadt Phoenix ihren Flughafen für fünf Jahre in Ashley Madison International Airport umbenennt. Auch dieser Werbedeal wurde abgelehnt.
2010 soll AshleyMadison.com nach eigenen Angaben einen Umsatz von rund 45 Millionen Euro erwirtschaftet haben. Das Geschäft macht das Portal mit dem Verkauf von virtuellen Credits, die man in Paketen von 49, 149 und 249 US-Dollar kaufen kann. Nimmt man online Kontakt zu Seitensprungwilligen auf oder chattet mit Damen oder Herren, kostet das jeweils Credits. Beim teuersten Paket gibt AshleyMadison.com sogar eine “Affären-Garantie” oder es gibt das Geld zurück.

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