Mobilfunkanbieter speichern Daten zu lange

Mobilfunkanbieter wie T-Mobile, Vodafone und E-Plus speichern persönliche Daten ihrer Kunden deutlich länger und in deutlich höherem Maße als bislang bekannt. Das berichtet die Berliner Zeitung und beruft sich dabei auf eine vertrauliche Aufstellung der Generalstaatsanwaltschaft München, die dem Blatt offenbar vorliegt.

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Daten wie wer wann aus welcher Funkzelle wie lange mit wem telefoniert sind der Berliner Zeitung zufolge bei mehreren großen Anbietern für 90 Tage vollständig abrufbar. Der einzige Mobilfunkkonzern, der die sogenannten Verkehrsdaten nach sieben Tagen löscht, sei O2. Eine längere Speicherung sei laut einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts nicht erlaubt. Zudem dürften nur jene Informationen gespeichert werden, die die Unternehmen für Abrechnungszwecke benötigen.
Datenschützer sind mit dem Vorgehen der Mobilfunkanbieter äußerst unzufrieden. „Das bringt Millionen von Menschen in die Gefahr strafrechtlicher Ermittlungen, weil sie zufällig zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen sind oder mit der falschen Person telefoniert haben“, kritisierte Ulrich Breuer vom Arbeitskreis (AK) Vorratsdatenspeicherung gegenüber der Berliner Zeitung.
Am heutigen Mittwoch soll zu dem Thema noch ein wissenschaftliches Gutachten vorgestellt werden, das ebenfalls für eine möglichst kurze Speicherung der Daten plädiert. Laut Berliner Zeitung  spricht es sich dafür aus, den Datenschutz generell zu erhöhen und eine zentrale Anlaufstelle zum Abruf der Daten zu schaffen.

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