Anzeige

PS7S1 und Sky: die Tragödie der TV-Aktien

Das Schlachtfest am deutschen Aktienmarkt geht weiter. Zu Wochenbeginn stürzte der Dax auf ein 2-Jahrestief. Mittendrin im Ausverkaufsstrudel: Medienaktien. Besonders hart unter die Räder kamen zuletzt die beiden größten börsennotierten TV-Gesellschaften der Republik. Die Papiere von ProSiebenSat.1 und Sky Deutschland haben sich seit den Jahreshochs inzwischen halbiert – allein gestern fielen Verluste zwischen 8 und 10 Prozent an. Die vermeintlich günstige Bewertung lockt bei P7S1 aktuell keine neuen Käufer an.

Anzeige

Das Schlachtfest am deutschen Aktienmarkt geht weiter. Zu Wochenbeginn stürzte der Dax auf ein 2-Jahrestief. Mittendrin im Ausverkaufsstrudel: Medienaktien. Besonders hart unter die Räder kamen zuletzt die beiden größten börsennotierten TV-Gesellschaften der Republik. Die Papiere von ProSiebenSat.1 und Sky Deutschland haben sich seit den Jahreshochs inzwischen halbiert –  allein gestern fielen Verluste zwischen 8 und 10 Prozent an. Die vermeintlich günstige Bewertung lockt bei P7S1 aktuell keine neuen Käufer an.  

Es ist offiziell: Die gegenwärtige Krise an den deutschen Aktienmärkten, die die meisten Anleger seit Anfang August kalt erwischte, hat das Zeug dazu, es mit 2008 aufzunehmen. Die Lage erinnere ihn fatal an den Spätsommer 2008, konstatierte Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann gestern in Frankfurt. Seinerzeit fing die große Finanzmarktkrise bekanntlich mit dem Niedergang von Lehman Brothers an.  

Und so geht der Kurssturz an den deutschen Aktienmärkten dann auch ungebremst weiter. Schon wieder 5 Prozent gingen gestern in Frankfurt verloren: Der Dax tauchte auf 5246 Punkte ab – den tiefsten Stand seit des Jahres und gleichzeitig seit September 2009. Seit Anfang des Jahres liegt der deutsche Leitindex um 24 Prozent hinten, seit dem 1. August sind es gar in der Spitze 30 Prozent.  

P7S1: Günstige Bewertung aktuell kein Kaufargument

Medienaktien sind von Anlegern indes noch härter abgestraft worden. Vor allem für frühere Anlegerlieblinge kommt es in diesen Tagen ganz besonders hart. Wie wohl keine andere Aktie stehen Anteilsscheine von ProSiebenSat.1 für die starke Erholungsphase zwischen 2009 und Mitte 2011. Innerhalb von nicht mal zwei Jahren konnten P7S1-Aktien um mehr als 2300 Prozent an Wert gewinnen – vom Pennystock im März 2009 ging der Ritt bis auf knapp 25 Euro in diesem Februar. Die Vor-Krisenhochs bei 30 Euro aus dem Jahr 2007 schienen ausgemacht.

Stattdessen notierte die Aktie des Münchener Senderkonglomerats gestern zeitweise bei weniger als 12 Euro. Mit einem Kursverlust von mehr als 8 Prozent lag das Papier wieder an der Spitze der Verlierer im Nebenwerte –Index MDax. Seit Jahresbeginn belaufen sich die Verluste auf happige 46 Prozent.

Und das trotz aller Kurspflegeversuche mit dem Rückkauf von eigenen Aktien, der erst vergangene Woche verkündet wurde und für eine kurze Kursexplosion sorgte, die bis gestern schon fast wieder verpufft ist.  Dass ProSiebenSat.1 dieses Jahr vermutlich wieder ein Rekordergebnis erzielen wird – im aktuellen Marktumfeld egal. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 7? Eine Dividendenrendite von 8 Prozent? Eigentlich durchaus Kaufargumente – in einem Markt ohne Käufer bleiben diese Argumente jedoch aktuell ungehört.

Analysten halten Ausverkauf für überzogen

Ebenfalls hart auf der Verkäuferseite befinden sich die Papiere von Sky, die zu Jahresbeginn nach steigenden Abonnentenzahlen noch so exzellent gelaufen waren. Nun jedoch verpufft das schöne Plus zusehend: Bei knapp 4 Euro notierten die Aktien der Münchner PayTV-Senders noch Anfang Juli, gestern waren nur noch rund 2 Euro.

Wie auch bei ProSieben preisen Anleger den erwarteten Konjunktureinbruch in den kommenden Monaten ein. Analysten halten das in diesem Ausmaß nicht unbedingt für gerechtfertigt: So hält die "Prior Börse" sowohl die Abteilsscheine von Sky als auch ProSiebenSat.1 vom Markt aktuell zu hart abgestraft.

Die Antwort auf die Frage der fairen Bewertung bleibt in diesen turbulenten Börsentagen relativ. Maßgeblich dürfte sie von der Gesamtmarktentwicklung abhängen. Vom Höchstkurs ihrer zweijährigen Erholung haben sich die beiden führenden börsennotierten TV-Aktien immerhin schon halbiert – und damit deutlich mehr verloren als der Vergleichsindex MDax.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige