Neue ARD-Talks (noch) mit mauen Quoten

An den Komplett-Umbau der ARD-Talk-Schiene müssen sich die Zuschauer wohl noch gewöhnen. Bis auf Günther Jauch, der am Sonntag mit seiner neuen Gesprächsrunde startet, feierten seine Kollegen Frank Plasberg, Reinhold Beckmann und Anne Will bereits ihren Einstand auf ihren neuen Sendeplätzen – mit eher mauem Erfolg. Das Ergebnis der Talk-Rochade: "Anne Will" verlor kräftig Zuschauer und Plasberg verzeichnete ein schwaches Ergebnis. Nur "Beckmann" holte einen zweistelligen Marktanteil.

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So brachte es Frank Plasberg mit seinem Talk "Hart aber fair" am Montag ab 21 Uhr auf durchschnittlich 2,89 Millionen Zuschauer. Der Marktanteil lag bei 9,6 Prozent und damit unter dem Senderschnitt. In der vergangenen TV-Saison rutschte Plasberg am Mittwochabend nur selten auf einstellige Marktanteile ab, ging allerdings auch immer erst etwa 45 Minuten später auf Sendung.
Dass "Hart aber fair" nun während den ersten 15 Minuten gegen das starke "Wer wird Millionär?" antreten muss, tut den Zuschauerzahlen ebenfalls nicht gut. Das zeigte sich am Montag auch bei den jungen Zuschauern. Lediglich 400.000 Menschen zwischen 14 und 49 Jahren schalteten ein, in dieser Zielgruppe reichte es nur für 3,1 Prozent Marktanteil.
Anne Will, die für Günther Jauch den Sonntag freiräumen musste und nun am bisherigen Tag von Plasberg ab 22.50 Uhr talkt, erging es am Mittwoch vergangener Woche nicht besser. Ihre Sendung kam auf lediglich 1,22 Millionen Zuschauer und 8,5 Prozent Marktanteil. Beim jungen Publikum wurden 3,4 Prozent gemessen. Gegenüber dem Sonntag ist das ein deutlicher Verlust. Dieser kommt allerdings nicht überraschend, mit dem "Tatort" hatte Will sonst ein zuverlässig starkes Vorprogramm.
Erstaunlich: Sandra Maischberger, die als einzige ihren angestammten Sendeplatz am Dienstag behalten durfte, erwischte bislang den schwächsten Start. Ihre Sendung wurde von 1,18 Millionen Zuschauern gesehen, der Marktanteil belief sich auf acht Prozent. Bei den 14- bis 49-Jährigen erreichte sie immerhin 4,3 Prozent und damit mehr als Anne Will, die einen Tag später zur gleichen Uhrzeit auf Sendung ging.
Als einziger in der neuen Talk-Konstellation schaffte es Reinhold Beckmann am Donnerstag, zweistellige Marktanteile einzufahren. Mit 1,47 Millionen Zuschauern holte er 10,2 Prozent Marktanteil. Und auch beim jungen Publikum lief es besser als bei den anderen Formaten: 350.000 Zuschauer zwischen 14 und 49 Jahren sorgten für 5,2 Prozent.
Beckmann hatte noch im August in einem Spiegel-Interview gesagt, dass man Zeit brauchen werde, um auf dem neuen Sendeplatz anzukommen. Vor allem auch im Hinblick auf die direkte Konkurrenz zu Maybrit Illner im ZDF. „Quotenanalytiker sagen, 60 Prozent ihrer Zuschauer hätten bislang auch "Beckmann" geschaut. Das wird spannend.“ Nun legte der Moderator zwar einen ordentlichen Start hin, wirklich spannend wird es aber in der kommenden Woche, denn dann kehrt auch Illner auf die Bildschirme zurück.
Fazit: Frank Plasberg erzielte mit seinem Talk in der Premierenwoche die höchsten Reichweiten. Eine Überraschung ist das nicht, beginnt seine Sendung immerhin fast zwei Stunden vor denen von Beckmann, Will und Maischberger. Die besten Quoten holte Reinhold Beckmann am Donnerstagabend, ihm hat die Sendeplatz-Rochade die wenigsten Zuschauer gekostet.
Am Sonntag startet nun Günther Jauch seine mit Spannung erwarte Gesprächsrunde. Vor dem Einstand versucht der Moderator die hohen Erwartungen an sein Format zu dämpfen: „Die überbordende Erwartungshaltung werde ich definitiv nicht einlösen können.“ Mit dem "Tatort" im Vorfeld hat er aber die besten Voraussetzungen, eine aus Quotensicht gelungene Sendung zu präsentieren – und das weit über die ersten Wochen hinaus.

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