Anzeige

Zeitungsverleger loben neue ZDF-App

Gegenentwurf zur Tagesschau-App: Zum Start der neuen Mobil-Mediathek lobt der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger das ZDF. "Wenn nach diesem Modell künftig alle öffentlich-rechtlichen Angebote auf Tablets und Smartphones gestaltet werden, dann ist der Konflikt zwischen Verlagen und den Rundfunksendern gelöst", sagt BDZV-Hauptgeschäftsführer Dietmar Wolff. Allerdings ist eine Mediatheken-App auch ein komplett anderes Angebot als eine Nachrichten-Applikation.

Anzeige

Dem Verleger Verband gefällt besonders gut, dass die App überwiegend auf die Präsentation von Bewegtbildbeiträgen setzt und "ohne lange Texte" auskommt. "Damit konzentriert sich das ZDF auf seinen originären Auftrag und auf seine Kernkompetenz", heißt es in der Pressemitteilung des Verbandes.

Die "textdominanten presseähnliche" Produktion der Tagesschau-App ist einer der Hauptkritikpunkte der Zeitungsverlage, die im Juni gegen die Applikation eine Klage einreichten.
Es scheint fast so, als ob sich die Verleger und die öffentlich-rechtlichen Sender auf einen Kompromiss einigen würden. Denn am Donnerstag kündigte der Intendant des Bayerischen Rundfunks, Ulrich Wilhelm, bereits im Interview mit der Zeit an, dass er sich dafür einsetze, "dass es Raum für Verständigung, für Kompromisse und auch für Kooperationen" gebe. "Wir können auch mit den Verlagen darüber sprechen, den Video- und Audioanteil der App noch stärker herauszuarbeiten". Denn auch Wilhelm hält es für wichtig, dass die wirtschaftliche Grundlage der Zeitungen erhalten bleibe.

Im Gespräch mit Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo bekräftigt der ehemalige Sprecher von Kanzlerin Angela Merkel, dass das Angebot der Tagesschau-App dem Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen nachkomme. Die Anwendung sei eine eins zu eins Darstellung des Online-Auftritts. Ulrich erklärt weiter, dass man keinen einzigen Mitarbeiter beschäftige, der extra für die App Texte verfasse.

Dass eine Applikation, die die Mediathek zum Inhalt hat, viel Bewegtbild zeigt, ist nur logisch. Insofern ist das BDZV-Lob auch in einem gewissen Maß unfair.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige