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Wettbewerbshüter kritisieren Groupon-Deals

Das ist wohl das Ende der 70-Prozent-Rabatt-Werbung für Brustvergrößerungen: Mit Abmahnungen in fast hundert Fällen ging die Wettbewerbszentrale seit Anfang des Jahres gegen Gutscheinaktionen von Groupon und anderen Anbietern vor. Vor allem im Visier der Markthüter aus Bad Homburg sind Verstöße gegen die Gebührenordnungen bei Ärzten, die Vorschriften über Preiswerbung von Fahrschulen und Angebotseinschränkungen bei Hotelgutscheinen.

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"Ärzte und Zahnärzte werben auf den Gutscheinplattformen für ärztliche Behandlungen, meist Botox-Unterspritzungen, Brustvergößerungen, Lasikoperationen oder Zahnreinigungen. Dabei werden Rabatte von bis zu 70 Prozent ausgelobt", erklärt die Wettbewerbszentrale in einer Pressemitteilung. Allerdings unterliegen solche Angebote bei Ärzten einer strengen Regulierung. Denn nach ihrer eigenen Berufsordnungen müssen sie ein „angemessenes Honorar“ berechnen. Das soll zwar die Patienten vor überhöhten Gebühren schützten, sorgt aber auch dafür, dass 70-Prozent-Rabatte oder Pauschalpreise nicht erlaubt sind.

Die Kritik der Bad Homburger an der Werbung von Fahrschulunternehmen geht in eine ähnliche Richtung. So sollen Gutscheine für eine komplette bzw. Teile von Führerscheinausbildungen gegen Spezialvorschriften der Fahrschulen verstoßen, die sicherstellen, "dass die entsprechenden Angebote für die Fahrschüler durchschaubar und vergleichbar sind". Unlauter ist nach Meinung der Wettbewerbshüter auch "die Werbung mit dem Führerscheinerwerb, der zum Gutscheinpreis gar nicht sichergestellt werden kann". Zudem bleibt meist offen, "welche Kosten für den Fahrschüler anfallen, wenn die in dem Gutschein verbriefte finanzielle Vorleistung aufgebraucht ist".

Bei Hotelgutscheinen wurde beanstandet, dass meistens nicht auf Einschränkungen des Angebotes hingewiesen worden ist. "So wurden Gutscheine für Hotelübernachtungen verkauft ohne Hinweis in der Werbung, dass diese nur für eine begrenzte Zahl von Zimmern einer bestimmten Zimmerkategorie eingelöst werden können", erklären die Wettbewerbshüter. "Als irreführend wurde ein Angebot von drei Übernachtungen für zwei Personen ‚inklusive Frühstück, Massage und mehr‘ beanstandet, weil tatsächlich die Massage für die zwei Person nur zu einem vor Ort zu entrichtenden Aufpreis zu erhalten war."

Die Wettbewerbszentrale ist – nach eigenen Angaben – die "größte und einflussreichste bundesweit und grenzüberschreitend tätige Selbstkontrollinstitution zur Durchsetzung des Rechts gegen den unlauteren Wettbewerb."

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