RTL, Fernsehkritik.tv und ein Shitstorm

Das Videoblog Fernsehkritik.tv hat Ärger mit RTL. Der Sender hat den Blog-Betreiber Holger Kreymeier wegen des Vertriebs von T-Shirts mit dem Logo “Scheiß RTL” abgemahnt. Kreymeier hat dafür die Sender-Kennung “Mein RTL” verballhornt. Kreymeier beruft sich auf das Recht auf freie Meinungsäußerung und Satire und kündigt an, zeitnah, Aufkleber, Tassen und Mousepad mit dem “Sch.. RTL”-Spruch anzubieten. Und er streitet sich mit dem Mediendienst DWDL in bester Loriot-Manier.

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Kreymeier beruft sich in seinem Blog-Beitrag zum Thema auf BGH-Urteile, die die Verwendung eines Original-Logos erlauben, wenn es sich um eine “satirische Verballhornung” handelt. Dann macht er sich noch darüber lustig, dass die Mediengruppe RTL Deutschland ihm untersagen will, das Abmahnungsschreiben zu veröffentlichen. Kreymeier in seinem Blog: “Liebes RTL, ich habe keinen Eurer Knebelverträge unterschrieben. Euer herrliches Schreiben hat einen so hohen Recherchewert, dass ich es selbstverständlich veröffentliche.”

Kreymeier hat über die T-Shirts hinaus auch einen entsprechenden Trailer mit dem Spruch “Sch… RTL” produziert, der den offiziellen RTL-Image-Trailer “Mein RTL” nachahmt. Der Clip taucht immer mal wieder bei YouTube auf, RTL versucht die Verbreitung des Clips mit seinen Urheberansprüchen auf das Markenlogo zu unterbinden. Das klappt freilich nicht so recht, weil einzelne Nutzer den Clip immer wieder neu hochladen.

Neben dem “Sch… RTL”-T-Shirt hat Kreymeier ein weiteres T-Shirt in seinem Shop-Sortiment, das in RTL-Anmutung den Schriftzug “Mein Mülleimer” trägt. Er will mit den Shirts und dem Clip die Machart des RTL-Programms kritisieren.

In den Streit eingemischt hat sich auch das Online-Medienmagazin DWDL, dessen Chefredakteur Thomas Lückerath in einem Meinungsbeitrag viel Verständnis für die Position von RTL zeigt: “Dass Kreymeier das Schreiben von RTL veröffentlicht, obwohl der Sender sich das verbat, verkauft er einmal mehr mit geschickter Selbstinszenierung als Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit.”

Unter dem DWDL-Artikel, der RTL attestiert mit seinem Verhalten erneut für viel "Negativ-PR" zu sorgen, gibt es zahlreiche Kommentare, in denen sich vor allem auch “Herr Kreymeier” und “Herr Lückerath” (so sprechen die beiden sich an) sowie jeweilige “Fan-Lager” gegenseitig angiften und sich u.a. vorwerfen, jeweils am Thema vorbeizureden bzw. darüber streiten, wer wann welchen Preis gewonnen hat und wer die meisten Medienskandale aufgedeckt hat. Und irgendwann beim Lesen des 148. Kommentars, kommt einem dann der Evergreen "Zwei Herren im Bad" des kürzlich gestorbenen Großmeisters Loriot in den Sinn. Nur hier könnte es heißen, "Zwei Herren im Web": “Herr Kreymeier! Also lassen Sie die Ente in Gottes Namen herein.” “Herr Lückerath! Nein, mit Ihnen teilt meine Ente das Wasser nicht.”

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