Google+: Offener Brief gegen Klarnamen-Zwang

Eine Gruppe von Bundestagsabgeordneten, Bloggern und Internetaktivisten stemmen sich gegen das Verbot zum Gebrauch von Pseudonymen in Googles sozialem Netzwerk. In einem Offenen Brief an Philipp Schindler, den Vice President Nord- und Zentraleuropa, fordern sie den Konzern dazu auf, sich vom dem Klarnamen-Zwang zu verabschieden.

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Unterzeichner des Offenen Briefes sind unter anderem die Politiker Dorothee Bär (CSU), Peter Tauber (CDU), Jimmy Schulz (FDP), Lars Klingbeil (SPD) und Konstantin von Notz (Grüne). Sie fordern Google dazu auf, ihre bisherige Haltung noch einmal zu überdenken. Die Unterzeichner begründen dies unter anderem damit, dass der Konzern die Echtheit von Profilen ohnehin nicht überprüfen könne.
„Auch die Verhinderung von Spam erscheint uns als sehr schwaches Argument, da jeder Spammer versuchen wird, sich einen glaubwürdigen Echtnamen zu geben“, heißt es in dem Schreiben weiter, das auch von den Bloggern Sascha Lobo und Nico Lumma sowie dem Schriftsteller und Journalisten Peter Glaser unterzeichnet wurde.
Außerdem weisen sie in dem Brief auf die Rechtslage in Deutschland hin. Demnach lege das Telemediengesetz fest, dass Diensteanbieter die Nutzung von Telemedien und ihre Bezahlung anonym oder unter Pseudonym zu ermöglichen haben – soweit dies technisch möglich und zumutbar ist. In diesem Zusammenhang fragen Sascha Lobo & Co.: „Ist Ihnen die Bereitstellung mit pseudonymer Nutzung technisch nicht möglich oder nicht zumutbar?“
Am Ende des Textes laden die Aktivisten Schindler zu einem Hintergrundgespräch ein. Dort wolle man „Standpunkte austauschen“ und „eventuelle Missverständnisse ausräumen“.

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