„Gottschalk wird der deutsche Larry King“

Zum Neustart der "Harald Schmidt Show" bei Sat.1 schießt der Late-Night-Talker mit giftigen Kommentaren auf Kollegen, ARD und ZDF. Er sei "jetzt glänzend aufgestellt und zurück beim eigentlich einzig wahren Arbeitgeber", sagte Schmidt dem Focus. Die Sichtweise, dass er von der ARD "return to sender", also zurück zum Absender gehe, will der 54-Jährige nicht gelten lassen. Über Thomas Gottschalks neue ARD-Show sagte er, "wir werden den deutschen Larry King erleben – wenn es einer kann, dann der Thommy".

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Ausdrücklich gratulierte Schmidt im Focus-Gespräch seinem Ex-Arbeitgeber ARD und seinem zukünftigen Early-Night-Konkurrenten Thomas Gottschalk. "Hut ab, da stimmt alles, da ist der richtige Mann auf dem richtigen Sendeplatz, mit dem richtigen Format, beim richtigen Sender." Gottschalks "Tagesshow" vor der „Tagesschau“ werde "den deutschen Fernsehmarkt völlig neu aufmischen", prophezeit Schmidt. Für ihn selbst wäre der Sendeplatz jedoch nicht in Frage gekommen, "um diese Zeit ist kein Zynismus gefragt, da isst der Deutsche zu Abend" und wolle eher "ein bisschen in den Arm genommen werden".
Schmidt verglich seinen Transfer zu Sat.1 mit dem des spanischen Fußballstars Fabregas: "Nach erfolgreichen Jahren bei Arsenal ist er jetzt wieder dort, wo er hingehört, beim FC Barcelona." Angebote vom ZDF habe er nicht bekommen, so Schmidt auf Nachfrage: "Ich glaube, denen bin ich schon zu alt und zu bieder – die sind ja jetzt sehr jung und verrückt im Programm."
Dass er mit Linda de Mol und Jürgen von der Lippe Teil eines "Sat.1-Innovationsschubes" mit Althergebrachtem sei, mache ihn "stolz", sagte Schmidt zum Focus: "In Zeiten des Wandels bietet mein Sender Verlässlichkeit und Werte." Schmidt äußerte Zuversicht, dass auch die schwierige Reanimation von Ingolf Lücks "Wochenshow" bei Sat.1 gelingen werde: "Ich habe gehört, der Produzent will erstmal den Mythos zerstören, und ich glaube, das ist gelungen. Jetzt beginnt der Neuanfang."
Schmidt hält seine zwei Sendeplätze, dienstags und mittwochs ab 23.15 Uhr, allerdings nicht für optimal. Der Donnerstag zusätzlich, "das wäre perfekt. Ich finde, das sollte langfristig ein Ziel sein, aber es geht mir definitiv nicht darum, den Kerner zu verdrängen."
Als Gast erwartet der 54-Jährige am 13. September Hape Kerkeling. Über dessen mögliche Zukunftspläne auf dem ZDF-Flagschiff "Wetten, dass…?" möchte Schmidt in der Show aber nicht plaudern: "Ich fände es extrem cool, dieses Thema überhaupt nicht zu erwähnen."

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