Synergien pushen DuMont-Gewinne

Erfolgsfaktor Verbundstrategie: Die Mediengruppe M. DuMont Schauberg ist nach eigenen Angaben "trotz rauen Umfeldes im Zeitungsgeschäft wieder in der Erfolgsspur". Denn im Vergleich zum Vorjahr konnte der Vorsteuergewinn auf 21,6 Millionen Euro gesteigert und gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt werden. Zudem übertraf das erste Halbjahr 2011 offenbar die Erwartungen. Um sein Verlagshaus fit für die Zukunft zu machen, plant Verleger Alfred Neven DuMont "eine digitale Initiative".

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Das Ebitda betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 97 Millionen Euro und konnte damit gegenüber dem Vorjahr um mehr als 35 Prozent gesteigert werden. Der Umsatz lag bei 711 Millionen Euro, wie der Kölner Stadtanzeiger, der zu M. DuMont Schauberg gehört, berichtet. Allerdings sollen nicht die Erlöse aus dem Zeitungsgeschäft zum guten Ergebnis besonders beigetragen haben, sondern "das strikte Kostenmanagement sowie die Verbundstrategie der Holding". So haben die noch immer hohen Verluste der Frankfurter Rundschau das Verlagsergebnis belastet. Bereits 2009 rechneten die Kölner mit einem FR-Verlust von 18,3 Millionen Euro für 2010. Der KstA beziffert das Minus der überregionalen Qualitätszeitung nun auf genau 18 Millionen Euro.

Der Kölner Verlag produziert mittlerweile viele Zeitungsseiten für verschiedene Titel von zentralen Redaktionseinheiten. So entwickelte sich in den vergangen Jahren ein umfangreiches Austauschprogramm, in dem sich beispielsweise der Kölner Express, die Hamburger Morgenpost und Berliner Kurier gegenseitig ganze Seiten zuliefern. Inhalte müssten so nicht mehr doppelt und dreifach produziert werden, begründet der Verlag die Entscheidung. Zudem kommt mittlerweile auch der Mantelteil der Frankfurter Rundschau von der Berliner Zeitung.

Mit seinen fünf Abonnement-Zeitungen und drei Verkaufszeitungen kommt der Verlag auf eine Gesamtauflage von 1,2 Millionen Stück. Damit ist die Kölner Holding die drittgrößte Zeitungsgruppe in Deutschland.

Ähnlich wie die Axel Springer AG wollen die Kölner nun auch massiv ihr Digital-Geschäft ausbauen. 2010 lag der Anteil der elektronischen Angebote bei zwölf Prozent. "Für das Geschäftsjahr 2011/2012 planen wir eine digitale Initiative", zitiert der Stadtanzeiger seinen Verleger Alfred Neven DuMont. Dabei soll Frankfurt zum "digitalen Redaktionszentrum für die Abo-Zeitungen“ ausgebaut werden. Ab Herbst sollen 30 Mitarbeiter in Frankfurt und sechs in Berlin die Online-Auftritte von Frankfurter Rundschau und Berliner Zeitung produzieren. Zudem sollen die preisgekrönten Apps des Verlagshauses vor allem in der Main-Metropole gemacht werden. So planen alleine die FR-Gesellschafter (DuMont Schauberg, DDVG, Karl-Gerold-Stiftung) bis 2013 einen Betrag zwischen 30 und 40 Millionen Euro für den Ausbau des Digital-Standortes auszugeben.

Trotzdem ist das Zeitungsgeschäft noch immer das Herz des Medienhauses, das rund 70 Prozent des Umsatzes ausmacht. So stiegen die Vertriebserlöse im vergangenen Jahr um fünf Prozent auf 235 Millionen Euro. Die Anzeigenerlöse stagnierten jedoch bei 221 Millionen Euro.

Vor allem die Vermarktungserlöse dürften im ersten Halbjahr 2011 gestiegen sein. Ob sich die guten ersten sechs Monate auch unter dem Einfluss der Turbulenzen an den Finanzmärkten und ihren negativen Auswirkungen auf das Konsumverhalten und dem Wirtschaftswachstums auf das Gesamtjahr übertragen lassen, bleibt abzuwarten. Andere Medienhäuser wie Bertelsmann gehen deshalb nur "vorsichtig optimistisch" ins zweite Halbjahr.

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