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Silke Hellwig: die starke Frau an der Weser

Silke Hellwig ist zur neuen Chefredakteurin des Weser-Kuriers berufen worden. Am 15. September tritt sie den Posten an und verantwortet auch die Bremer Nachrichten und die Verdener Nachrichten. Damit wird erstmals eine Frau eine bedeutende Regionalzeitung leiten - ein aufmerksamkeitsstarker Nebeneffekt für die Bremer, die nach dem Weggang von Lars Haider, jetzt Chefredakteur beim Hamburger Abendblatt, auf der Suche nach einer neuen außergewöhnlichen Führungskraft waren.

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Seit dem Wechsel von Haider, so heißt es in Bremen, sei der Weser-Kurier wieder in den alten Trott verfallen: langweilige Headlines, zäh erzählte Geschichten. Haider, der als eines der größten Blattmacher-Talente bei Regionalzeitungen gilt, hatte mit seinen Ideen das angestaubte Image wegblasen können. Er konnte für die Bremer den Deutschen Lokaljournalistenpreis einheimsen, den er zuvor als Redaktionsleiter auch für die Elmshorner Nachrichten erhielt.    
Mit Silke Hellwig versuchen die Bremer nun, an diesen Erfolg anzuknüpfen – wenn auch in andere Richtung. "In den Erfahrungen der 48-jährigen Redakteurin auch im Fernseh- und Videobereich sehen Aufsichtsrat und Vorstand der Bremer Tageszeitungen AG die Kompetenz, die für die zukünftige Ausrichtung der Medienhäuser unverzichtbar sein wird", heißt es in dem Artikel, den der Weser-Kurier am Donnerstag veröffentlichte.
Hellwig volontierte zwar bei der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen in Kassel und schrieb für den Weser-Kurier, die Zeit und die FAZ. Seit Jahren arbeitet sie aber als Fernsehjournalistin und war bei Radio Bremen in unterschiedlichen Positionen tätig. 2002 fing sie beim Regionalmagazin "buten un binnen" an und kümmerte sich um die Bremer Landespolitik. Dann folgte die Anstellung als Chefin vom Dienst im Bereich "Fernsehen Aktuell", später übernahm sie gemeinsam mit Andreas Neumann die Leitung der Abteilung. Laut einem taz-Artikel soll Hellwig in der Redaktion wegen ihres Führungsstils umstritten gewesen sein. 2010 wechselte sie in die Programmdirektion. Dort betreute sie als Redakteurin unter anderem das Projekt "Radio Bremen in der Schule".
Es ist zu vermuten, dass Hellwig vor allem auf eine crossmediale Verknüpfung der Angebote des Weser-Kuriers setzen wird. Die Bremer verfügen zwar über einen Video-Bereich auf ihrer Website, der jedoch im Vergleich zu anderen Portalen wie neue-oz.de, der Webseite der Neuen Osnabrücker Zeitung, ausbaufähig erscheint.
Der Weser-Kurier kam im zweiten Quartal 2011 laut IVW auf einen Gesamtverkauf von 160.745 Exemplaren (149.148 Abonnements). Zusammen mit den Bremer Nachrichten, den Verdener Nachrichten, dem Delmenhorster Kreisblatt und der Rothenburger Kreiszeitung betrug der Gesamtverkauf 189.175 Exemplare. Davon wurden 175.139 Abonnements verkauft, über 7.000 Exemplare wurden über den Einzelverkauf abgesetzt. Sowohl im 12-Monats-Trend als auch im 5-Jahres-Trend hat die Gesamtauflage zwei Prozent verloren. Für den Traffic auf Weser-Kurier.de geht es seit Anfang 2010 bergauf: Im Juli zählten das Portal 1.225.845 Visits, das entspricht einem Zuwachs von 51 Prozent innerhalb eines Jahres.  

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