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Null Ahnung und lügen ohne rot zu werden

Talk ohne Ende: Fünf Mal pro Woche zeigt die ARD künftig politische Gesprächsrunden im Hauptprogramm. Das neueste Format startet am 11. September mit Günther Jauch. Bei der Flut an Talkshows werden wöchentlich fast 140 Gäste gebraucht, die mit Herzblut für ihre Meinung streiten. Bild sucht deshalb in einer scherzhaften Stellenanzeige nach Teilnehmern für ARD und ZDF. Deren Profil: „Sie können lügen, ohne rot zu werden. Sie können weiterlabern, obwohl Ihnen der Moderator an die Gurgel geht.“

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Schon seit Jahren haben die ARD- und ZDF-Talkshows das Problem, dass immer die gleichen Gesprächspartner dabei sind. 2010 war beispielsweise Heiner Geißler sage und schreibe zwölfmal bei „Anne Will“, „Menschen bei Maischberger“, „Beckmann“, „Hart aber fair“ und „Maybrit Illner“, ergab ein MEEDIA-Ranking. Ex-Manager Hans-Olaf Henkel kam immerhin auf neun Einladungen. Ebenfalls gern gesehen waren stern-Journalist Hans-Ulrich Jörges, Arnulf Baring, der Berliner FDP-Politiker Martin Lindner und die Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen – alle vier waren achtmal in den großen Talkshows zu Gast.

Um etwas mehr Abwechslung in die Sendungen zu bringen, kommt die Bild-Anzeige genau richtig. Zu den Aufgaben der Gäste gehören in der Fake-Jobbeschreibung, „durch Schmähungen und lauten Widerspruch die Quote“ zu erhöhen oder durch „schrilles Durcheinanderreden für eine erhöhte Lautstärke“ zu sorgen. Die Politiker sollten zudem „sehr gut Fachchinesisch“ sprechen. „Fließendes Denglisch“ sei ebenfalls von Vorteil.
Auch die Perspektiven lesen sich so, als würde sich die Stellenanzeige an „die ganz Großen“ der Medienlandschaft wenden. Es lockt sowohl der „Aufstieg vom C- zum B-Promi“ als auch der „bessere Verkauf eventuell von Ihnen geschriebener Bücher“. Die Bewerbung ist direkt an die ARD oder das ZDF zu richten. Da bleibt nur zu hoffen, bald neue Gesichter auf der Talkshow-Bühne zu sehen.

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