Booktrack – tönende E-Books? Nein Danke!

Das Startup Booktrack bietet "Soundtracks für Bücher" an. Das ganze funktioniert so, dass man während des Lesens eines E-Books einen passenden Soundtrack auf die Ohren bekommt. Dabei wird unterschieden zwischen Musik, Ambient-Geräuschen und Soundeffekten. Zu letzteren zählt dann beispielsweise Wellenrauschen, wenn im Text ein Ozean beschrieben wird. Oder das Knarzen von Dielen oder prasselndes Feuer. […]

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Das Startup Booktrack bietet "Soundtracks für Bücher" an. Das ganze funktioniert so, dass man während des Lesens eines E-Books einen passenden Soundtrack auf die Ohren bekommt. Dabei wird unterschieden zwischen Musik, Ambient-Geräuschen und Soundeffekten. Zu letzteren zählt dann beispielsweise Wellenrauschen, wenn im Text ein Ozean beschrieben wird. Oder das Knarzen von Dielen oder prasselndes Feuer. Ambient-Geräusche sind beispielsweise Hintergrundgemurmel in einer Bar oder Straßenverkehr und Musik ist eben mehr oder weniger passende Musik. Alle drei Arten von akustischer Untermalung können via Menü einzeln in der Lautstärke variiert und ein oder ausgeschaltet werden.

Die Technik hinter Booktrack ist durchaus beeindruckend. So erkennt die Software von Booktrack die Lesegeschwindigkeit anhand der Umblätter-Frequenz und per Doppelklick kann man die passende Geräuschkulisse dahin bringen, wo man gerade liest. Ein kleiner, mitlaufender Pfeil zeigt an, für welche Stelle im Buch gerade Geräusche abgespielt werden. Laut den Machern soll Booktrack so zu einem verbesserten Lese-Erlebnis führen. Hinter der Firma steht u.a. der bekannte US-Investor Peter Thiel, Mit-Begründer des Online-Bezahldienstes PayPal und Mitglied im Facebook Board of Directors.

Derzeit können nur einige kurze englischsprachige Booktrack-Bücher im App-Store für iPhone und iPad gratis zum Ausprobieren runtergeladen werden, darunter "Die Abenteuer des Sherlock Holmes – das gesprenkelte Band", "Hänsel und Gretel" oder "Das hässliche Entlein". Ich habe Booktrack mit der Sherlock-Holmes-Kurzgeschichte ausprobiert und bin nicht begeistert (Hier gibt es ein Video von golem.de zu genau diesem Booktrack). Und zwar aus einem simplen Grund: Booktrack lenkt furchtbar ab. Man ist die ganze Zeit damit beschäftigt, auf neue Hintergrund-Geräusche zu achten oder mit den Einstellungen für den Audio-Soundtrack zu experimentieren. Außerdem nervt der kleine Pfeil, der mitläuft.

Einiges von dem Ablenk-Faktor könnte sich vielleicht nach einer Gewöhnungsphase geben aber ganz generell haben gute Bücher eine künstliche Geräuschkulisse nicht nötig. Die Bilder und Geräusche entstehen bei Büchern im Kopf – das zeichnet Bücher ja gerade aus. Sonst kann ich mir gleich ein Hörspiel anhören oder einen Film anschauen. Gute E-Books sollten einfach zu bedienen sein und ein möglichst optimales Lese-Erlebnis ohne Chichi ermöglichen.

Booktrack bietet einen Service, den kein Mensch braucht. So wird dieses Startup vermutlich nur eine kleine Episode im großen Buch der E-Book-Revolution bleiben.

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