Bertelsmann steigert Gewinn um 9,3 Prozent

Europas größter Medienkonzern legt zu: Im ersten Halbjahr 2011 hat Bertelsmann an die starken Ergebnisse des Vorjahres angeknüpft und wichtige Kennziffern weiter gesteigert: So legte das Unternehmen beim Umsatz und Konzernergebnis nochmals zu; das operative Ergebnis erreichte erneut einen zweistelligen Wert. Der Konzernumsatz erhö̈hte sich um 1,9 Prozent auf 7,2 Mrd. Euro nach 7,0 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Beim Konzernergebnis legte der Konzern um 9,3 Prozent auf 269 Mio. Euro zu.

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Ohne Portfolio- und Wechselkurseffekte betrug das organische Wachstum, zu dem sämtliche Unternehmensbereiche beitrugen, 2,4 Prozent. Das Operating EBIT erreichte 737 Mio. Euro und lag damit nur geringfügig unter dem Rekordwert des Vorjahres von 754 Millionen Euro. Die Umsatzrendite belief sich auf 10,3 Prozent (H1 2010: 10,7 Prozent) und war damit erneut zweistellig. Das Konzernergebnis verbesserte sich um 23 Mio. Euro oder 9,3 Prozent auf 269 Mio. Euro. Dies teilten die Gütersloher am Mittwochmorgen mit.
Dazu trugen vor allem die Inhaltegeschäfte von Bertelsmann bei. Einen weiteren Beitrag leistete ein deutlich verbessertes Finanzergebnis, in dem sich die niedrigere Zinsbelastung nach erfolgreichem Schuldenabbau und der Wegfall ergebnisbelastender Effekte aus dem Genussschein-Rückkauf Anfang 2010 niederschlagen. Der Bertelsmann Value Added (BVA), der den ü̈ber die Kapitalkosten hinaus erwirtschafteten Gewinn nach Steuern angibt, erreichte im ersten Halbjahr 88 Millionen Euro (H1 2010: 82 Millionen Euro).
„Die Entwicklung im ersten Halbjahr stimmt uns sehr zufrieden: Sowohl Umsatz und Konzernergebnis als auch unsere wichtigste Steuerungsgröße, der BVA als Indikator für Wertschöpfung, haben sich verbessert. Die operative Umsatzrendite erreichte erst zum zweiten Mal überhaupt in einem Halbjahr einen zweistelligen Wert“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann AG, Hartmut Ostrowski. „Das gibt uns den nötigen Rückenwind, um unsere Wachstumsstrategie konsequent weiter voranzutreiben. Hier haben wir in den vergangenen Monaten bereits gute Fortschritte gemacht.“

Die Umsatzzuwächse werden von den werbegeprägten Unternehmensbereichen RTL Group und Gruner + Jahr sowie vom Outsourcing-Dienstleister Arvato getragen. Beim Ergebnis kamen die positiven Impulse vor allem aus dem Fernsehgeschäft und aus dem Buchverlagsgeschäft von Random House. Die RTL Group profitierte im Berichtszeitraum von guten Geschäften in ihren Kernmärkten Deutschland, Frankreich und den Niederlanden (MEEDIA berichtete), während sich bei Random House insbesondere das US-Geschäft und die Digitalaktivitäten positiv entwickelten. Der Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr erzielte höhere Anzeigen- und Vertriebserlöse und optimierte Verlags- und Redaktionsstrukturen. Arvato steigerte den Umsatz spürbar; höhere Preise bei Energie und Papier sowie Anlaufkosten für neue Geschäfte führten aber zu einem Rückgang beim Operating EBIT.
Die liquiden Mittel des Konzerns beliefen sich zum Stichtag 30. Juni 2011 auf mehr als 1,6 Mrd. Euro. Die Nettofinanzschulden betrugen zur Jahresmitte 2,0 Milliarden Euro nach gut 1,9 Milliarden Euro zum 31. Dezember 2010 und lagen damit aus saisonalen Gründen (Dividendenzahlungen im ersten Halbjahr) marginal höher. Im Jahresvergleich wurden die Nettofinanzschulden um beachtliche 764 Millionen Euro zurückgeführt. Die wirtschaftlichen Schulden von Bertelsmann verringerten sich zum Stichtag 30. Juni 2011 auf 4,86 Milliarden Euro (31. Dezember 2010: 4,91 Milliarden Euro); binnen Jahresfrist wurden sie um 1,16 Mrd. Euro zurückgeführt.

„Bertelsmann ist finanziell sehr solide aufgestellt. Wir verfügen über ein gutes Geschäftsprofil und eine komfortable Liquiditätsposition", erklärte Finanzvorstand Thomas Rabe, "die führenden Ratingagenturen haben dies vor kurzem honoriert und unsere Langfristratings um jeweils einen Notch hochgestuft. Für den weiteren Geschäftsverlauf im zweiten Halbjahr sind wir verhalten optimistisch, wobei die Unsicherheiten im wirtschaftlichen Umfeld zugenommen haben. Für das Geschäftsjahr 2011 rechnen wir vor diesem Hintergrund unverändert mit einem moderaten Anstieg des Konzernumsatzes und mit einer Umsatzrendite von über 10 Prozent. Das operative Ergebnis wird – auch aufgrund von Kosten für neue Projekte und höherer Energiekosten – voraussichtlich leicht unter dem Vorjahreswert liegen, das Konzernergebnis wird aufgrund geringerer Einmaleffekte über dem Vorjahreswert bleiben."

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