Wie Apple der Spiele-Industrie zusetzt

Sony, Nintendo, Microsoft: Sie zählen zu den Tops der Spielebranche. Es schickt sich jedoch jemand anderes an, den Ton in der Industrie anzugeben. Ob mit oder ohne Steve Jobs: Apple entwickelt sich zum nächsten Gaming-Primus. Durch den AppStore haben sich die Gewohnheiten der Nutzer verändert: Immer weniger sind bereit, für ein Spiel bis zu 60 Euro auszugeben. Das setzt klassische Spiele-Firmen mächtig unter Druck: Tragbare Konsolen verlieren in allen Belangen gegen iPhone, iPad und Co.

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Sony, Nintendo, Microsoft: Sie zählen zu den Tops der Spielebranche. Es schickt sich jedoch jemand anderes an, den Ton in der Industrie anzugeben. Ob mit oder ohne Steve Jobs: Apple entwickelt sich zum nächsten Gaming-Primus. Durch den AppStore haben sich die Gewohnheiten der Nutzer verändert: Immer weniger sind bereit, für ein Spiel bis zu 60 Euro auszugeben. Das setzt klassische Spiele-Firmen mächtig unter Druck: Tragbare Konsolen verlieren in allen Belangen gegen iPhone, iPad und Co.
Es ist ein Wandel der Zeit: Nintendo musste seinen 3DS erst im Preis senken, damit dieser überhaupt Abnehmer findet. Erscheint hingegen ein neues iPhone auf dem Markt, belagern hunderte Fans die Apple-Läden. Eine entscheidende Rolle dabei spielt der AppStore, in dem mehrere tausend Games kostenlos oder zu geringen Euro-Preisen zum Download bereit stehen. Anklicken, herunterladen, spielen – einfacher geht es nicht. Und dass diese, meist recht simpel gehaltenen, Titel zu Verkaufsschlagern werden können, ist schon mehrfach bewiesen: „Angry Birds“ (mehr als 100 Millionen Downloads), „Doodle Jump“ oder „Tiny Wings“ sind nur einige Beispiele.
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Bereits seit der Markteinführung des ersten iPhones ist dieser Wandel erkennbar. Klassische Handhelds verschwinden zunehmend von der Bildfläche. Hingegen verkaufte Apple allein im dritten Quartal dieses Jahres 20,34 Millionen Mobilfunkgeräte und 9,25 Millionen iPads, was einen Zuwachs von 142 beziehungsweise 183 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal bedeutet. Insgesamt setzte das Unternehmen bisher 222 Millionen iOS-Geräte ab. Apple wirbt sogar offensiv damit, dass der iPod  Touch „die populärste tragbare Spielkonsole der Welt“ sei.
Auf der anderen Seite kämpfen viele klassische Games-Publisher und Hardware-Hersteller mit Problemen. Nintendo musste nach dem 3DS-Desaster seine Gewinnprognose für das aktuelle Geschäftsjahr um 82 Prozent von 1,4 Milliarden auf 260 Millionen Dollar senken. Sony wurde Opfer des größten Hacker-Angriffs in der Videospielgeschichte. Und Microsoft bezuschusste seine Xbox 360 angeblich erst mit sieben Milliarden Dollar, bevor der Konzern damit Gewinne erzielte.
Apples Gaming-Ambitionen gehen aber weiter. Bei der Worldwide Developers Conference, die jährlich während der Spielemesse E3 in Los Angeles stattfindet, stand das Thema weit oben auf der Prioritätenliste. Der Konzern zeigte Wege für Entwickler auf, um möglichst hochwertige Spiele in den AppStore zu bringen. Auch die Einführung des Game Centers, mit dem sich Nutzer von iPhone- und iPad-Spielen online messen können, zeigt, welche Relevanz der Bereich für das Unternehmen hat.
                Screenshot aus "Portal 2"
Selbst für Macs tat sich im vergangenen Jahr mal wieder etwas in Sachen Gaming. Die Spiele-Plattform Steam, über die Nutzer Vollpreisspiele online kaufen und herunterladen, erschien für Apple-Rechner. Rund 25 Millionen Anwender sind dort registriert. Der erste Titel, der darüber zeitgleich für Windows PC und Mac verfügbar war, war Valves Puzzle-Shooter „Portal 2“. „Macs sind eine großartige Entertainment-Plattform“, kommentierte Valve-Chef Gabe Newell.
Es sind Tage der Entscheidung für Hersteller wie Nintendo und Sony. Sie müssen sich an die Nutzungsgewohnheiten der Spieler anpassen, die Apple mit seinen Geräten verändert hat. Ein Ende des Erfolgs von iPhone, iPad und Co. ist nicht abzusehen. Gerade erschien eine Studie, die besagt, dass Apple 74 Prozent des gesamten Tablet-Markts beherrscht und mindestens bis 2015 führend in dem Bereich bleiben wird. Und Spiele gehören zu den größten Umsatzbringern im AppStore.
Aus Konsumentensicht spricht das zwar nicht gegen andere Handhelds wie 3DS oder Playstation Vita – die Hersteller müssen sich aber ernsthaft überlegen, wie sie mit der Konkurrenz durch den nächsten Primus der Branche umgehen.

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