Verschiebungen bei G+J International

Gruner + Jahr baut sein internationales Geschäft um. Der Verlag startet mit dem populärwissenschaftlichen Quest Braintainment sein erstes Magazin in Südafrika. Vorbild ist das erfolgreiche Quest aus Holland. In Brasilien launcht die G+J-Tochter Motor Presse Stuttgart mit Carro Hoje die erste wöchentliche Auto-Zeitschrift des Landes. Es gibt aber auch Rückschläge: Aus Ungarn zieht sich die Motor Presse mit ihren eigenen Gesellschaften zurück und vergibt nur noch Lizenzen.

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Brasilien, Mexico und China sind laut der fürs internationale Motor-Presse-Geschäft zuständigen Geschäftsführerin Maike Schlegel die drei wesentlichen wachstumsstarken Märkte für die Motor Presse. Schlegel hat auch die Verhandlungen für den Start von Carro Hoje in Brasilien geführt. Carro Hoje ist die mittlerweile achte Motor-Presse-Zeitschrift in Brasilien. Das wöchentliche Magazin kostet 3,50 brasilianische Real (ca. 1,50 Euro) und erscheint mit einer Druckauflage von 50.000 Exemplaren. Zielgruppe sind vor allem die Autoerstkäufer der in Brasilien neu entstehenden Mittelschicht. Für sie bietet Carro Hoje als erste brasilianische Zeitschrift auch redaktionelle Infos über Gebrauchtwagen an.

In Südafrika macht G+J den Markteintritt zusammen mit dem Partnerverlag Panorama Publications und einer Version des populärwissenschaftlichen Titels Quest. Dieser wurde 204 von der holländischen G+J-Dependance erfolgreich entwickelt. Heute ist Quest in Holland mit rund 200.000 verkauften Exemplaren der erfolgreichste Monatstitel. In Südafrika erscheint das Heft (das zu weiteren PM-Familie gehört) zum regulären Preis von umgerechnet rund 3 Euro zunächst zweimonatlich in englischer Sprache unter dem Namen Quest Braintainment.

Der Expansion in Brasilien und Südafrika steht allerdings ein Rückzieher in Ungarn entgegen. Dort gibt die Stuttgarter Motor Presse ihre selbstständigen Tochter-Gesellschaften auf und tritt für die drei Titel Motorrevü, Chip und MM Müszaki Magazin nur noch als Lizenzgeber auf. Die Zeitschrift PC Guru wird sogar komplett verkauft, und zwar an den ungarischen Verlag Scorpio Print.

Motor-Presse-Chef Friedrich Wehrle, erklärt den Rückzug mit der Marktführerstrategie des Hauses: “Diese sieht vor, dass wir mit unseren Zeitschriften in den jeweiligen Segmenten Marktführer sind oder mindestens an zweiter Position stehen. Wenn wir dieses Ziel nicht erreichen und es für uns auch nicht absehbar ist, ziehen wir uns aus diesen Märkten mit eigenständigen Gesellschaften zurück.” In Ungarn war dies offensichtlich der Fall.

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