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Technologieaktien: Günstig wie selten

Die Krise als Dauerzustand: Knapp zwei Jahre nach dem Lehman-Debakel hält nun die europäische Schuldenkrise die Aktienmärkte im Atem. Mittendrin: Auch Technologie- und Internetwerte – und das ebenfalls jenseits des Atlantiks. Der Anblick überrascht: Die Notierungen von Microsoft, Apple oder Google entwickeln durch die ständige Sorge um den Euro und die Zahlungsfähigkeit der EU-Südstaaten wenig Eigenleben. Für Anleger könnte jedoch in der aktuellen Bewertung eine Chance bestehen, glauben Börsen-Experten.

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Die Krise als Dauerzustand: Knapp zwei Jahre nach dem Lehman-Debakel hält nun die europäische Schuldenkrise die Aktienmärkte im Atem. Mittendrin: Auch Technologie- und Internetwerte – und das ebenfalls jenseits des Atlantiks. Der Anblick überrascht: Die Notierungen von Microsoft, Apple oder Google entwickeln durch die ständige Sorge um den Euro und die Zahlungsfähigkeit der EU-Südstaaten wenig Eigenleben. Für Anleger könnte jedoch in der aktuellen Bewertung eine Chance  bestehen, glauben Börsen-Experten.  

Was haben Apple, Google oder Cisco mit der europäischen Schuldenkrise gemeinsam? Auf den ersten Blick wenig, sehr wenig. Natürlich, es gibt die Europa-Exporte, die im Zuge des sinkenden Euro-Kurses weniger lukrative Margen abwerfen bzw. Lohnkosten, die sich verteuern. In der Gesamtheit gehorchen die Geschäfte jedoch einer anderen Dynamik – nämlich den Vorzeichen der US-Konjunktur. Und die sehen weiter viel versprechend  aus: Corporate America wächst gegenwärtig mit fünf Prozent – und damit so stark wie seit 2003 nicht mehr.

Allein: Die Notierungen an den Aktienmärkten reflektieren das 2010 bislang wenig bis kaum. Vor allem in den vergangenen sechs Wochen hatten die Kursauschläge mehr mit den Äußerungen von Angela Merkel, Nicolas Sarkozy, José Luis Rodríguez Zapatero oder Giorgis Papandreo zu tun als mit neuen Branchentrends, Produktvorstellungen oder neuen Geschäftszahlen. Auch die US-Märkte tendieren im Schlepptau Europas – und mit ihnen die Technologiebranche.   

Dow Jones-Unternehmen genauso teuer wie Technologiekonzerne

Das wäre für sich genommen noch nicht einmal etwas Bemerkenswertes. Die Bewertungsniveaus, auf die die großen Tech-Pioniere inzwischen zusammengeschrumpft sind, verdienen jedoch eine gesonderte Beachtung. So notieren die oft genug wachstumsstärkeren Tech-Giganten im Vergleich zu Unternehmen aus der Old Economy, die im Dow Jones gelistet sind, inzwischen gar mit Abschlägen. Die großen Nasdaq-Werte weisen Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV), die wichtigste Kennziffer einer Aktie, wie folgt auf:

Intel: 11
IBM: 12
Microsoft: 13
Cisco: 15
Google: 17
Apple: 19

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Im Vergleich dazu kommen Dow Jones-Konzerne auf KGVs von:
 
Kraft Foods: 15
Procter & Gamble: 15
Boeing: 17
Caterpillar: 20

James Cramer: "Anleger sind panisch geworden"

Kraft Foods teurer als Microsoft oder Intel, obwohl die Nadaq-Konzerne zweistellig wachsen? Boeing genauso teuer wie Google, obwohl die Internet-Suchmaschine ein Gewinnwachstum von zuletzt 37 Prozent aufweisen konnte? Und Caterpillar gar teurer als Apple, obwohl der Baggerhersteller langfristige Wachstumsprognosen von 14 Prozent sieht, während bei Apple die Gewinne um zuletzt 90 Prozent explodierten, den iPad- und iPhone-Launch noch gar nicht mitgerechnet?

Das seltsame (Un-)Gleichgewicht zwischen alter Wirtschaft und Technologie-Unternehmen beschäftigt auch Börsenexperten. "Anleger sind panisch geworden", ordnet CNBC-Marktkommentator James Cramer die Kursschwäche der vergangenen Monate ein. "Tech-Aktien sind so unbeliebt wie nach dem Platzen der Internet-Blase 2003", erklärt der frühre Hedgefondsmanager mit Blick auf die historisch niedrigen Bewertungsniveaus. "Dann ist jedoch der beste Zeitpunkt zum Kaufen."

Als hätten Anleger auf Cramers Weckruf gewartet, zogen die Notierungen in den vergangen Tagen wieder an, sind jedoch immer noch relativ weit von ihren Jahreshochs entfernt. Bis auf Apple: Bei 267 Dollar fehlen dem Computerpionier gerade mal 2 Prozent zum Erreichen neuer Allzeithochs. Analysten ist die Bewertungslücke schon länger aufgefallen: Gestern hob Piper Jaffray-Analyst Gene Munster sein Kursziel nochmals an – auf nunmehr 348 Dollar an. Das entspräche einem Kurssprung von immerhin 30 Prozent.

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